Die Rente und damit der wohlverdiente
Ruhestand steht am
Ende eines langen Ausbildungs-,
Weiterbildungs- und Arbeitslebens.
Die Werbung suggeriert,
dass dann das Leben so
richtig losgeht. Ein Haus, Reisen
und das nötige Kleingeld
für die optimale gesundheitliche
Versorgung – so sieht das
Rentnerdasein im Werbefernsehen
aus. Doch die Realität nach einem langen Arbeitsleben sieht für immer mehr Frauen anders aus.Die Realität heißt Grundsicherung. Das bedeutet ein Leben in Armut, ein Leben in einer sehr kleinenWohnung, ein Leben ohne Rücklagen, abermit umso mehr Sorgen. Die Altersarmut der Frauen hat viele Ursachen. Leider ist es noch immer so, dass Frauen in diesem Land weniger als ihre männlichen Kollegen verdienen und/oder Jobs haben, die schlechter bezahlt sind als typisch männliche. Dazu kommt, dass die Lebensarbeitszeit sehr vieler Frauen kürzer als die der Männer ist. Erziehungszeiten und Teilzeitarbeit verhindern ebenso wie Arbeitslosigkeit und Frühverrentung das Erreichen der vollen Renten-Anwartschaft. Die Folge: Während Männer in den alten Bundesländern rund 1.050 Euro monatliche Rente erhalten, müssen sich Frauen mit 666 Euro im Schnitt begnügen. Verschärft wird die Situation der Rentnerinnen aufgrund der durchschnittlich höheren Lebens-, sprich Rentenzeit.
Das alles sollte dazu führen, dass Frauen deutlich mehr für ihr Alter vorsorgen. Doch die Realität ist eine andere: Die Versorgungslücke von Frauen wird immer größer. Wie eine Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) ergab, wird bei drei Viertel der heute 30- bis 59- jährigen Frauen im Rentenalter das Geld nicht ausreichen, umden Lebensstandard aufrecht zu erhalten. So verfügen lediglich 52 Prozent der Frauen (Befragung Prognos AG 2006) über eine private Altersvorsorge und 38 Prozent über eine betriebliche Altersvorsorge. Schuld daran sind häufig die Partner, denn auf die verlassen sich die meisten Frauen, wenn es um die finanzielle Absicherung für das Alter geht – und das mit fatalen Folgen. 63 Prozent der befragten Frauen ist überhaupt nicht klar, wie wichtig rechzeitiges Vorsorgen ist, um später nicht von Altersarmut betroffen zu sein. Wie die DIA-Studie belegt, sehen sie nicht die Notwendigkeit bei ungewissen Zukunftsaussichten heute Geld für später auf die Seite zu legen. Frauen, die wiederum um die Ernsthaftigkeit des Themas wissen, haben ebenfalls wenig Lust oder Motivation, sich aktiv um die eigene Altersvorsorge zu kümmern. 39 Prozent der Frauen in der Altersspanne zwischen 30 und 39 Jahren zeigen sich passiv, obwohl gerade sie vom langfristigen Zinseszinseffekt profitieren würden. Ein häufig angeführtes Argument von Frauen mit nicht vorhandener Altersvorsorge ist ihre finanzielle Situation. 51 Prozent der befragten Frauen geben an (tns Emnid), sie hätten aktuell kein Geld übrig. Doch meist hilft bereits übergangsweise eine Sparrate zwischen 50 und 100 Euro monatlich weiter, um wenigstens einen Grundstein zu legen. Denn bei der Altersvorsorge zählt jedes Jahr, in dem „frau“ etwas für die Zukunft zurückgelegt hat. Daher gilt: je früher, desto besser.
Ein wichtiger Aspekt wird bei der Altersvorsorge zumeist vergessen: Geht die Ehe in die Brüche, stehen geschiedene Frauen mit minimalen Ansprüchen aus der – geteilten – gesetzlichen Rentewährend der Ehezeit ziemlich im Regen. Nur die wenigsten Ehepaare haben für diesen Fall eine vertragliche Regelung getroffen. Frauen ohne eigenes Einkommen, die sich um Kinder und Haushalt kümmern, sollten ihren Anspruch auf einen angemessenen Teil des Familieneinkommens zur eigenen Altersvorsorge geltend machen. Dies könne einVorsorgevertrag auf ihren Namen, zu dem der Mann die Beiträge zahlt, ebenso sein wie ein persönlicher Sparvertrag.
Die Finanzinstitute bieten sehr speziell auf die Bedürfnisse der Frauen zugeschnittene Produkte. Die staatlich geförderten Riester- oder Rürup-Rentenmodelle passen gut ins Lebenskonzept von Frauen. Bei Riester erhält nicht nur die Beitragszahlerin Förderung, sondern es gibt auch Kinderzulagen. Zudem lassen sich Beiträge flexibel anpassen oder sogar aussetzen. Seit 2006 ist die Riester-Rente zum Vorteil der Frauen mit Unisex-Tarifen ausgestattet. Die Jahre zuvor mussten sie aufgrund ihrer höheren Lebenserwartung für die gleiche Rente rund 15 Prozent mehr Beiträge zahlen alsMänner.
Auch Fondssparpläne eignen sich dank ihrer Vielseitigkeit für Frauen. Sie bringen langfristig in der Regel gute Renditen, die monatlichen Beiträge können erhöht oder herabgesetzt werden und selbst Beitragsaussetzungen sind problemlos möglich. Bei Fondssparplänen ist es wichtig, auf eine ausgewogene Risikostruktur zu achten. Empfehlenswert ist ein Mix aus Aktien-, Renten- und Immobilienfonds. Im Bereich betrieblicher Altersvorsorge eignen sich Direktversicherungen oder Pensionskassen. Steuervorteile können zum Beispiel Beitragseigenleistungen verringern. Allerdings gilt hier vor der Unterschrift unter einen Vertrag: Informieren, informieren, informieren!



