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Massivhäuser und ihre Vorteile
Viele Menschen haben den Traum vom eigenen Haus.

Massives Bauen mit Steinen, Mörtel und Beton hat in Mitteleuropa eine lange Tradition. Hierzu trugen neben den vorhandenen Rohstoffen das wechselhafte Klima und die dichte Bebauung bei. Die Wärmespeicherung der Massivbaustoffe glich und gleicht das wechselhafte Klima aus und nichtbrennbare Baustoffe erwiesen sich bei enger Bebauung als vorteilhaft. Auch heute werden in Deutschland über 80% aller Wohngebäude aus Stein, Mörtel und Beton erstellt. Leider sind die Vorteile der Massivbauweise vielfach in Vergessenheit geraten.

Was ist unter Massivbau zu verstehen?
Massivbau ist ein traditioneller Begriff aus dem Bauingenieur-wesen und bezeichnet, im Gegensatz zum Holz- und Stahlbau, das Bauen mit Mauerwerk und Beton, wobei diese Bauwerke meist schwerer sind als Bauten in Leichtbauweise. Das Gewicht ist aber nicht der Hauptunterschied, denn es gibt Leichtbetone und wärme-dämmende Steine mit geringer Rohdichte, die ebenfalls relativ leicht sind. Charakteristischer ist die Homogenität der Bauteile, d.h. die Wand kann aus einer Schicht bestehen. Das bedeutet, ohne ständigen Materialwechsel zwischen tragenden Teilen, Dämmstoffen, Folien und Verkleidungen, wie z.B. bei der Holzständerbauweise oder einem traditionellen Holzsparrendach.
Die Bezeichnung „Massiv" erklärt die Beschaffenheit bereits sehr gut. Häuser in dieser Bauweise sind enorm resistent gegen Wind, Wetter, Lärm und andere äußere Einflüsse. So halten sie auch Wärme und Kälte je nach Jahreszeit besonders gut ab, bzw. im Hausinnern, was den Energieverbrauch enorm einschränkt. Grundsätzlich ist das Energieniveau eines Hauses unabhängig von der Bauweise, im großen und ganzen betrachtet jedoch kann durch die Massivbauweise der Energieverbrauch gesenkt werden, da sie schlichtweg einen besseren Dämmschutz bieten kann. Je nach Wunsch können Massivhäuser auch alle Dämmniveaus aufweisen, da sie sich von den Häusern in Leichtbauweise nur im U-Wert, einem Maß für den Wärmestromdurchgang durch eine oder mehrere Materialschichten, unterscheiden. Der U-Wert bezieht sich hier auf die Außenwände. Alle anderen Außenbauteile, wie Fenster, Dach (außer bei Massivdächern) oder Keller sind gleich. Die wärmetechnische Qualität eines Hauses zeigt sich letztendlich in der Höhe des Jahresprimärbedarfs.

Der U-Wert der Außenwände beeinflusst den Jahresprimärbedarf jedoch eigentlich nur in geringem Maße. Bei den heute auch bei Massivhäusern üblichen niedrigen U-Werten haben andere Energieverlustquellen ähnlichen oder größeren Einfluss. So liegen beispielsweise die Lüftungswärmeverluste in der gleichen Größenordnung, wie die Transmissionswärmeverluste der Gebäudehülle.

Massivhäuser haben gegenüber anderen Baukonstruktionen folgende Vorteile:
Die mineralischen Baustoffe fördern ein nachhaltiges Bauen, wodurch die Umwelt entlastet wird, da sie die Mineralien selbst abbauen und wieder herstellen kann. Die Baustoffe befinden sich sozusagen in einem fortwährenden Kreislauf.
Besonders bezeichnend für die massive Bauweise, ist das sehr gute Raumklima. Es gibt keine schwitzenden Wände, denn die Wände nehmen den Innenräumen die Feuchtigkeit und geben sie nach Außen ab. Das ist mit modernen Kleidungsstoffen wie z.B. Goretex® vergleichbar.

Wenn mehr Menschen auf Massivhäuser oder auch Holzhäuser umsteigen würden, wäre das ein kleiner, aber dennoch wertvoller Beitrag zur Umweltschonung, der besonders in der heutigen Zeit dringend notwendig ist. Wie bereits erwähnt, besitzen die Massivhäuser eine enorme Resistenz gegenüber jeglicher Umwelteinflüsse und weisen eine sehr effektive Dämmung auf, wogegen die Leichtbauweise eines Fertighauses hier manchmal Mängel aufweist, wenn die Schalldämmung nicht professionell durchgeführt wurde. Das bedeutet hohen Energieverbrauch und somit hohe Kosten.

Ein weiterer Vorteil von Massivhäusern ist, dass die massiven Baustoffe nicht brennen können und somit bei den Gebäudeversicherungen niedriger eingestuft werden. Hier muss man allerdings anmerken, dass auch das Holzhaus - entgegen der weitläufigen Meinung - einen hohen Brandschutz bietet. So ist es letztendlich auch Geschmacksache, für welchen Haustyp man sich als Bauherr entscheidet.
(Quelle: J. Kleinholz, Dr.-Ing. Reiner Pohl)