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Haustiere aus dem Tierheim - Das ist zu beachten!
Wer den Wunsch nach einem Haustier verspürt, muss so einiges beachten und bedenken.

Zunächst sollten Sie sich ganz sicher sein, dass Sie auch wirklich ein Tier bei sich haben wollen. Es ist kein Pullover, der notfalls umgetauscht oder weit hinten im Schrank versteckt werden kann. Stellen Sie sich die Frage, ob Sie ein Tier halten und verpflegen können und ob Sie ausreichend Zeit haben, sich mit ihm zu beschäftigen. Werden Sie sich darüber bewusst, dass ein Haustier eine langjährige Verpflichtung ist.

Wenn Sie diese Fragen geklärt haben, folgt die Überlegung, ob Sie Ihr Tier in einer Zoohandlung oder beim Züchter kaufen, oder ob Sie doch eines aus dem Tierheim holen möchten. Der nachvollziehbare Wunsch vieler Menschen ist es, sich ein Jungtier zu kaufen. Das kann dann nach eigenen Vorstellungen erzogen werden und ist von klein auf in die Familie integriert. Aber vor allem ist es nicht „vorbelastet". In der Regel leben in einem Tierheim keine Jungtiere, so dass dort hauptsächlich ältere Tiere vermittelt werden. Letztendlich ist jedoch zu bedenken, dass jedes Tier eine Lebensbereicherung ist.

Hier in Berlin steht eines der modernsten und größten Tierheime der Welt. Neben einigen privaten Tierpflegestellen ist es auch das einzige in der Stadt. Jährlich werden dort rund 10.000 Tiere aufgenommen, die alle auf ein neues Zuhause warten. Sie können sich die Tiere auch auf der Internetseite des Tierheims anschauen, wo alle mit Foto, Beschreibung und Vermittlungsnummer aufgeführt sind.

Vorraussetzungen
Oft kommt der Trugschluss auf, dass man die Tiere im Tierheim regelrecht „nachgeworfen" be-kommt. Oder viele Menschen denken: „ Die können doch froh sein, dass ich denen das Tier abnehme". Aber dem ist zum Glück nicht so. Ein Tier aus dem Tierheim ist ebenso wertvoll wie jedes andere. Interessenten müssen daher einer intensiven Überprüfung standhalten und auch im Nachhinein mit Kontrollen rechnen. Auch können Sie das Tier, wenn Sie sich eines ausgesucht haben, nicht einfach ohne Weiteres mitnehmen.

Ein Tier aus dem Tierheim ist auch, nicht wie so oft gedacht, kostenlos. Es muss immer eine Schutzgebühr gezahlt werden, die einfach dem Zweck dient, all die Kosten, die das Tierheim zu tragen hat, etwas abzufangen. Diese Betriebskosten belaufen sich auf bis zu 11.000 Euro am Tag. Der Preis des jeweiligen Tieres hängt davon ab, um was für ein Tier es sich handelt. Im Tierheim Berlin z.B. betragen die Kosten von 15 Euro für Sittiche, über 60 Euro für Katzen bis hin zu 200 Euro für einen Hund.

Zur Übergabe müssen Sie neben Geld auch Zeit mitbringen, da die gesamte Prozedur etwa 1,5 Stunden dauert. Außerdem sollten alle Personen, mit denen das Tier künftig leben wird, dabei sein. So lernen sich alle auf neutralem Boden kennen. Sie brauchen zusätzlich noch Ihren Personalausweis und müssen eine Selbstauskunft abgeben. Das Formular dazu können Sie im Tierheim ausfüllen oder schon vorab auf der Internetseite des Tierheims www.tierschutz-berlin.de herunter laden. Hier werden Sie unter anderem nach Ihrer Wohnsituation und nach Ihrer Erfahrung mit der Tierhaltung befragt.

Wenn Sie also mit dem Gedanken spielen, sich ein Haustier zuzulegen, beziehen Sie doch auch das Tierheim als Möglichkeit mit ein. Es bedeutet zwar einen gewissen Aufwand, der jedoch beim Kauf vom Züchter nicht unbedingt minder schwer wiegt und Sie geben einem Tier eine zweite Chance, die es wirklich verdient hat. Egal, für welchen Weg Sie sich entscheiden, viel Freude mit Ihrem Tier! (SB)