Eine lange Schnur, viel buntes Papier und einen launigen windigen Herbsttag braucht es. Crossdeck, Sled und Eddy 50 – viele verschiedene Drachenmodelle gibt es und immer neue werden von Hobbydrachenpiloten erfunden. In allen Preisklassen und Varianten kann man sie auch kaufen, doch selber bauen macht viel mehr Spaß.
Wir zeigen wie es geht: Eine Anleitung zum Bauen eines klassischen Drachens, wie ihn jeder kennt. Man nehme zwei einfache Holzleisten, am besten Fichtenholz, denn das ist schön leicht. Beim Kauf können Sie sie gleich richtig zuschneiden lassen. Die Längsleiste sollte einen Meter lang sein und die kürzere, waagerechte 83 Zentimeter. Die längere Leiste bekommt drei Bohrlöcher, zwei zum Aufhängen des Drachens, für die Waageschnur und eines unten, dort können Sie später den Schwanz anknoten. Die waagerechte Leiste wird zwei Mal gebohrt, eine durch diese Löcher gefädelte Schnur verleiht dem Drachen die Biegung. In alle vier Enden der Leisten sägen oder feilen Sie eine 2 mm tiefe Nut.
Für das Drachenskelett klebt man beide Leisten mit Holzleim aufeinander. Das entstehende Kreuz können Sie zusätzlich mit Schnur umwickeln, dann wird es stabiler. Für eine gute Spannkraft spannt man zusätzlich eine Schnur rund um das Kreuz, dafür sind ja schon die vier Nuten gesägt, in denen die Schnur laufen kann.
Um den Drachen zu bespannen, fragt man am besten im Schreibwaren- oder Bastelladen nach Drachen- oder Transparentpapier. Man kann auch Folie oder Tyvekpapier verwenden. Man legt das Papier auf das Drachenskelett und schneidet es so zu, dass rings herum circa 2 cm überstehen. Diesen Rand klappen Sie nach innen über die Umspannung und kleben ihn mit Klebstoff fest.
Damit der Drachen in die Luft steigt und gut fliegt, ist der Waagpunkt sehr wichtig. Den müssen Sie beim Drachensteigen erwischen. An der Längsleiste wird nun also die Waagschnur angebracht und wenn Sie dort einen kleinen Ring anknoten, den man hinauf und hinunter schieben kann, wird der Waagpunkt flexibel. Dieser Ring aus leichtem Aluminium sollte einen Durchmesser von ungefähr 1 cm haben. Steigt der Drachen nicht auf, müssen Sie den Ring in Richtung Drachenspitze verschieben, steigt er zu schnell, wird der Ring zum Schwanzende hin verschoben.
Für eine gute Aufhängung sollte die Waagschnur ungefähr 90 cm lang sein. Sie wird nun in den dafür vorgesehenen Löchern der Längsleiste verknotet. Nachdem Sie Ihren Drachen durch verschieben des Rings in die richtige Balance gebracht habt, können Sie die Drachenschnur am Waagering festknoten.
Nicht nur die Aufhängung, auch der Schwanz Ihres Drachens ist für die Flugeigenschaften wichtig. Gut eignet sich Krepppapier. Schneiden Sie das Papier in 4 cm breite Streifen und falten es zu Schleifchen. Knoten Sie diese dann in regelmäßigen Abständen an die Schwanzschnur. Der Schwanz Ihres Drachens sollte ungefähr 4 m lang sein.
Am besten Sie sehen sich die Bilder gut an und versucht es selbst einmal.




