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Ein Ort mit Geschichte & Charme
Der Pankower Ortsteil Wilhelmsruh gehört zu den Berliner Villenvororten, wie sie im späten 19. Jahrhundert und frühen 20. Jahrhundert um Berlin herum an vielen Stellen entstanden.

Mit dem Bau der Mauer am 13. August 1961 wird der Verkehr auf der Kopenhagener Straße endgültig unterbrochen und der S-Bahnhof ist nicht mehr zugänglich. Wilhelmsruh ist damit nur noch mit dem Bus von Pankow aus zu erreichen. Mit der Wende 1989 wurde zunächst noch im selben Jahr ein Fußgängerübergang an der Kopenhagener Straße eingerichtet und die S-Bahn war auch für Wilhelmsruher wieder nutzbar. Am 7. April 1990 wurde dann die Kopenhagener Straße wieder für den Autoverkehr nach Reinickendorf freigegeben. Unter den Bedingungen des Freien Marktes waren die Jahre nach 1990 für Bergmann-Borsig sehr schwierig. Trotz der Übernahme des Werkes durch den ABB-Konzern im Jahr 1991 sank die Mitarbeiterbeiterzahl in den Folgejahren rapide. Außerdem standen auf dem bisherigen Gelände von Bergmann-Borsig große Teile der Flächen und Gebäude leer. Erst mit der Gründung des PankowParks 1998 als Gewerbegebiet besserte sich die Situation durch Ansiedlung neuer Firmen wieder.

Wenn man sich die vor 1893 entstandene Karte betrachtet, so schaut man vornehmlich auf ländliches und unbewaldetes Gebiet. Neben der Hauptstraße existierte schon ein Verbindungsweg zwischen Schönholz und Rosenthal, deren Verlauf heute der Schönholzer Weg und die Germanenstraße bildet. Erkennbar sind weiterhin das Sumpfgelände des späteren Wilhelmsruher Sees, auch „Ententeich" genannt sowie ein Graben, der am heutigen Garibalditeich endet.

Der Schönholzer Wald hatte noch nicht den Umfang wie in der Gegenwart als Schönholzer Heide, die heute mit einer Fläche von etwa 35 Hektar ein beliebtes Ausflugsziel ist. Während des Zweiten Weltkriegs war sie Standort eines großen Zwangsarbeiterlagers. Nach dem Krieg entstand hier im nordwestlichen Teil des Parks von Mai 1947 bis November 1949 zusammen mit den Ehrenmalen im Tiergarten und im Treptower Park das dritte sowjetische Ehrenmal in Berlin. Eine sowjetische Architektengruppe entwarf den Soldatenfriedhof, auf welchem 13.200 der etwa 80.000 bei der Schlacht um Berlin im März/April 1945 gefallenen Soldaten der Roten Armee beigesetzt wurden.