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Ab ins Ausland Teil 1: Au-Pair
Hinaus in die Welt zieht es viele Schulabgänger nach mehrjährigem Drücken der Schulbank. Jetzt muss was Neues her. Wer noch nicht weiß, was genau das sein wird, oder wer sich bis zum Beginn von Studium oder Ausbildung eine Auszeit genehmigt, kann seinen Erfahrungshorizont durch einen längeren Aufenthalt im Ausland unschätzbar erweitern.

Einen Auslandsaufenthalt kann man sich auf verschiedene Weise ermöglichen. Ideal für sehr junge Menschen ist eine Zeit als Au-Pair in einer Gastfamilie. Hier betreut man die Kinder der Familie und hilft im Haushalt. Als Gegenleistung - au-pair bedeutet im Französischen zum gleichen Wert - erhalten Au-Pairs Kost und Logis frei und obendrein ein Taschengeld.

Für rund 30 Stunden Arbeitszeit pro Woche plus ein bis zwei Abende Babysitting beträgt es im europäischen Ausland um die 260 Euro. In den USA ist das Taschengeld höher. Hier bekommen Au-Pairs ungefähr 500 Euro im Monat, 14 Tage bezahlten Urlaub und häufig auch einen Teil der Flugkosten sowie die Kosten für einen Sprachkurs erstattet. Die genauen Konditionen sind im Vermittlungsvertrag geregelt, wenn man sich von einem Verein oder einer Agentur vermitteln lässt. Die Vermittlungsagentur kümmert sich auch um ein Visum für Aufenthalte in den USA oder in Australien. Für die Vermittlung nimmt die Agentur eine einmalige Gebühr von circa 150 Euro.

Der alles andere in den Schatten stellende Plusfaktor am Au-Pair-Dasein ist der Erwerb von nützlichen Sprachkenntnissen. In den Familien, im Umgang mit den Kindern wird die Sprache des Gastlandes gesprochen, zusätzlich sind Gasteltern verpflichtet, ihrem Au-Pair den Besuch einer Sprachschule zu ermöglichen. Im Normalfall dauern Au-Pair-Aufenthalte ein Jahr, in Europa sind aber auch kürzere Aufenthalte möglich. Nach dieser Zeit sollte man fit sein in der Landessprache.

Obwohl viele mit Sicherheit die Gelegenheit erhalten, ein wenig im Gastland zu reisen, ist die Au-Pair-Zeit natürlich kein Ferienaufenthalt. Nicht jeder ist den Anforderungen gewachsen. Selbständigkeit und Belastbarkeit sind gefragt, ebenso wie die Bereitschaft, sich auf die Kultur des Gastlandes und die Gewohnheiten der Gastfamilie einzulassen. Die meisten Familien setzen Erfahrung im Umgang mit Kindern voraus und begrüßen es, wenn ihr Au-Pair einen Führerschein hat. In der Regel gehört es zu den Aufgaben, die Kinder zur Kita oder Schule zu bringen und am Nachmittag zu Sport- oder Musikkursen. Bessere Chancen schnell eine passende Familie zu finden, haben diejenigen, die über Grundkenntnisse der jeweiligen Fremdsprache verfügen.

In Deutschland existieren viele gemeinnützige und kommerzielle Vermittlungsstellen, wie zum Beispiel VIA e.V., Experiment e.V., Aupair worldwide oder Aupairworld. Es ist möglich, über eigene Kontakte eine Gastfamilie zu finden, nur muss man sich dann selbst um ein Visum kümmern, wenn nötig, und hat auch keine Ansprechpartner im Gastland, so wie seriöse Vermittlungen anbieten. Informationen zum Thema Au-Pair gibt es auch bei den Botschaften der jeweiligen Länder.