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Das Schulsystem wird reformiert
Grundschule, Real- und Hauptschule, Gymnasium – für viele sind das die Schritte zur Hochschulreife oder zur Berufsausbildung. Von 2010 an ändert sich das: Die Integrierte Sekundarschule als Gemeinschaftsschule wird neben der gymnasialen Ausbildung zur Regel.

Vor wenigen Wochen stimmte der Senat von Berlin dem Gesetzentwurf zur Einführung der Integrierten Sekundarschule zu. Mit der Umsetzung dieses Konzeptes wird aus dem bestehenden dreigliedrigen System ein zweigliedriges. Die Schüler und die Eltern haben nun die Möglichkeit, sich nach dem Grundschulbesuch für die neue Integrierte Sekundarschule oder für das Gymnasium zu entscheiden. Beide Schulformen können zum Abitur führen: Am Gymnasium sind dafür zwölf Jahre vorgesehen, an den Gemeinschaftsschulen ist das in zwölf oder 13 Jahren möglich.

Der sechsjährige Besuch der Grundschule bleibt im Regelfall auch weiterhin obligatorisch. In einem speziellen Verfahren entscheiden in der sechsten Klasse dann die Schulleiter entsprechend der Leistung und dem Schulprofil, ob künftig das Gymnasium oder aber die Sekundarschule besucht wird. Haupt- und Realschule sowie auch die bisherige Gesamtschule gibt es dann nicht mehr. Damit entfällt auch das bislang geltende Wohnortprinzip. Sollte aber die Aufnahmekapazität der gewünschten Schule der Nachfrage nicht entsprechen, werden Losentscheide herangezogen.

Der leistungsdifferenzierte Unter¬richt soll in der Sekundarschule deutlich verstärkt werden. Auch mit weiteren Pädagogik- und Freizeitangeboten bis in den Nachmittag hinein ist mehr individuelle Förderung möglich. Besser als bisher wollen die neuen Sekundarschulen auf die berufliche Zukunft vorbereiten. „Duales Lernen" verknüpft die Schule mit der Praxis, so beispielsweise durch Kooperation mit Berufsschulen, ein breites Angebot von Praxistagen und Praktika in Betrieben, bis hin zur Unterstützung von Schülerfirmen.

Ein höheres Maß an Autonomie bei der Gestaltung der Kursangebote, eine verbesserte Ausstattung sowie eigenverantwortlich einsetzbare finanzielle Mittel für zusätzliche Lehrer, aber auch Erzieher und Sozialarbeiter sollen die Qualität der schulischen Ausbildung ebenso heben, wie die festgesetzte Klassenstärke von 25 Schülern. Auf 29 Schüler ist die Richtgröße am Gymnasium festgelegt. An den inhaltlichen und strukturellen Angeboten der Gymnasien ändert sich nichts, auch die bisherigen Schnellläuferklassen, in denen das Abitur nach elf Jahren möglich ist, bleiben erhalten.