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Wenn Wasser zur Gefahr wird
Fast jeder Autofahrer kennt das Gefühl, das entsteht, wenn sich bei Regen die Straßen in gefährliche Rutschpisten verwandeln – Aquaplaning. Kaum eine andere Fahrsituation ist so gefürchtet, denn Aquaplaning führt immer wieder zu schweren Unfällen. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass Aquaplaning zu den häufigsten Unfallursachen auf deutschen Straßen gehört.

Doch was geschieht während des Aquaplanings mit Ihrem Fahrzeug und wie sollten Sie sich am Besten verhalten? Durch das Fahren auf nasser Straße schiebt sich Wasser unter die Reifen. Als Fahrer erkennt man diesen Vorgang zunächst am platschenden Geräusch an der Unterseite des Fahrzeugs. Schließlich schwimmt der Reifen auf einem Keil aus Wasser, der sich durch das nicht verdrängte Wasser an der Vorderseite gebildet hat. Wird nun der Druck dieses Keils größer als der des Reifens auf der Fahrbahn, reißt die Haftung schlagartig ab. Der Bremsweg verlängert sich und in den Kurven rutscht das Auto eher weg als auf trockener Piste. Die Räder drehen beim Beschleunigen durch, der Motor heult auf und das Fahrzeug gerät außer Kontrolle.

Um dem Aquaplaning zu entgehen, sollten Sie Vorkehrungen treffen und beim Fahren einige Dinge beachten. Eine der einfachsten Möglichkeiten ist es, von vornherein Gefahrenstellen, wie Autobahnen bei starken Regenfällen, zu meiden. Doch auch Straßen mit niedriger Geschwindigkeitsbegrenzung sollten nicht unterschätzt werden. Denn es kann bereits bei geringer Geschwindigkeit zu Aquaplaning kommen. Das geschieht, wenn der Wasserfilm entsprechend hoch und der Straßenbelag sehr glatt ist. Umgekehrt gilt, dass bei höherem Tempo schon kleinere Wassermengen auf der Fahrbahn ausreichen, um Aquaplaning entstehen zu lassen.

Um die Gefahr unter diesen Bedingungen zu mindern, sollten Sie regelmäßig die Profile Ihrer Reifen überprüfen, denn sind diese verschlissen, sinkt der Negativanteil, also die eingeschnittenen Anteile der Bereifung und minimiert so die Fähigkeit der Wasserverdrängung. Von Gesetzes wegen muss der Negativanteil des Profils im Reifen mindestens 17 Prozent betragen, das entspricht in etwa 1,6 Millimeter. Eine geeignete Gummimischung in der Lauffläche kann darüber hinaus zu einer Verbesserung der Nassrutschfestigkeit beitragen. Doch selbst die besten Profile haben großen Wassermassen irgendwann nichts mehr entgegen zu setzten. Sind Sie erst mal in die Situation Aquaplaning geraten, treten Sie umgehend die Kupplung, damit das Vorwärtsdrängen Ihres Fahrzeugs verringert wird. Auf gar keinen Fall bremsen, auch wenn das vielleicht Ihre erste Intuition sein mag. Denn ein Bremsmanöver verschlimmert die Lage, da die Räder blockiert bleiben und sich somit der Abbau des Wasserfilms verlangsamt. Sollte dann ein einzelner Reifen Kontakt zum Boden bekommen, gerät das Auto ins Schleudern. Lenken Sie möglichst nicht, sondern halten Sie stattdessen das Auto in Fahrtrichtung. Bei Aquaplaning funktioniert die Lenkung ohnehin nicht. Nehmen Sie den Gang heraus und lassen Sie das Fahrzeug vorsichtig ausrollen.