Sie hört widerspruchlos und geduldig zu, sie lernt und vor allen Dingen schreibt sie: Spracherkennungs-Software gehört in vielen Büros zur Ausstattung und erleichtert die Arbeit. Die Technik ist in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt worden und heute, benutzerfreundlich, auch für Computer-Laien meist bequem zu bedienen. Das Prinzip ist einfach: Über das Mikrofon der Sprechgarnitur wird das gesprochene Wort über Module in geschriebenes Wort umgewandelt. Aber in welches? Waren die ersten Software-Varianten gerade für gründlich ausgesprochene deutsche Worte empfänglich, so „beherrschen" sie heute Fremdsprachen und Fachvokabular. Medizinern steht ein umfangreiches Fremdwörterbuch ebenso zur Verfügung, wie Juristen für die ihnen eigenen Ausdrücke. Doch auch Menschen, die einen Computer nicht per Tastatur und Mouse bedienen können, kann das Verfahren helfen.
In der Software steckt ein Grundwortschatz. Darüber hinaus ist es nach der Installation möglich, diesen Wortschatz zu erweitern. Von einer bestimmten Datenmenge an werden bereits vorhandene Wörter überschrieben, die Kapazität der Datenbank sollte also ausreichend groß sein. Sollen nur Schriftstücke verfasst werden oder soll auch die allgemeine Bedienung des Computers über die Software erfolgen - ein potenzieller Nutzer muss entscheiden, für welche Anwendungen er sich solche Technik zulegt. Das spart Geld und Nerven beim Training mit dem Gerät, das auch den Kontext des Gesprochenen erkennen muss: „Meer" oder „mehr". Ein Problem darf ein Satz wie „Er redet ohne Punkt und Komma." nicht sein. Denn selbstverständlich gehören die Wörter 'Punkt' und 'Komma' ausgeschrieben in den Text, an dessen Ende aber das Satzschlusszeichen. Wird ein zünftig-berlinisches „Mach et jut, Alta!" als Abschiedsgruß im Text gewünscht, muss es das Programm lernen. Vollkommen fehlerfreies Übernehmen der Wörter in den Schriftsatz wird wohl nicht möglich sein. So kommt es auf die Korrekturmöglichkeiten an, denn auch die Verbesserungen sollte das System übernehmen. Hierfür ist eine unkomplizierte Navigation notwendig. Wichtig ist auch, ob das System mit E-Mail-Programmen harmoniert und ob Einträge ins Internet, beispielsweise in Diskussionsforen, auf diesem Wege möglich sind. Schließlich erleichtert es die Arbeit auch, wenn die Spracheingabe nicht nur über das Headset, sondern auch aus einem Diktiergerät heraus möglich ist.
Ob das Programm tatsächlich hilfreich ist oder aber den Arbeitsaufwand eher erhöht, hängt stark vom vorgesehenen Einsatzgebiet und von den eigenen Diktiergewohnheiten ab.



