Trotz breit geführter Umweltschutz-Diskussionen ist der noch vor wenigen Jahren bei Deutschlands Kraftfahrern beliebte Biodiesel derzeit wenig attraktiv und an vielen Tankstellen nicht mehr erhältlich. Einstige Preisvorteile bestehen nicht mehr und der Umweltschutz-Wert ist umstritten. Aus dem für das „Bio" sorgenden Grundstoff Rapsöl wird durch chemische Behandlung Raps-Methylester oder auch Rapsölfettsäure-Methylester. Auch aus Soja- oder Palmöl kann Biodiesel hergestellt werden. Seinen anfänglich so großen Anklang bei Autofahrern wie auch Umweltschützern verdankte der Kraftstoff seinem günstigeren Preis und seiner - im Vergleich mit herkömmlichem Diesel - deutlich besseren Umweltbilanz. Als einer seiner wesentlichen Vorteile gilt die um etwa die Hälfte niedrigere Rußemission. Ob die Kohlendioxid-Bilanz als gegenüber konventionellen Produkten tatsächlich günstiger betrachtet werden kann, hängt davon ab, wie dabei die bei der Herstellung entstehenden Nebenprodukte wie Glyzerin und Rapsschrot bewertet werden. Zu berücksichtigen ist auch der Verbrauch konventioneller Energie bei der Raffinierung des Rapsöls und auch beim Anbau der Pflanzen selbst. Biodiesel ist biologisch leicht abbaubar und nahezu schwefelfrei.
An der Zapfsäule bietet das Bio-Produkt gegenüber mineralischem Dieselkraftstoff kaum noch deutliche Preisvorteile, seit die Bundesregierung im vergangenen Jahr Steueranpassungen beschlossen hat. So muss seit dem 1. Januar ein Satz von 24,5 Cent pro Liter bezahlt werden, im vergangenen Jahr waren es noch 18,3 Cent. Im kommenden Jahr steigt der Steuer-Anteil auf 30,4 Cent, bis er dann - nach derzeitiger Gesetzeslage - 45 Cent im Jahr 2013 beträgt.
Der Treibstoff ist auch nicht für jedes Fahrzeug geeignet. Er hat die Eigenschaft, bestimmte Kunststoffe anzugreifen und kann so Dichtungen, Schläuche und Beschichtungen beschädigen. Der Fahrzeughersteller sollte eine Freigabe für den Betrieb mit Biodiesel ausdrücklich gegeben haben. Einige Hersteller raten sogar von der Verwendung von reinem Biodiesel ab. Auskünfte dazu erteilen auch die jeweiligen Vertragswerkstätten.



