In der Diskussion um die Klimaschutz-Lampen sind ihre Anschaffungskosten, die tatsächliche Ersparnis, ihre Tauglichkeit und ihre Licht-Ästhetik. Aber auch auf ihre Entsorgung muss Augenmerk gerichtet werden. Ein paar Handgriffe, vier, fünf Drehungen nach links, schon war der Sockel aus der Fassung geschraubt. Dann einige Drehungen rechts herum, schon brannte wieder Licht in Zimmer, Küche oder Bad: Eine defekte Glühlampe war gegen eine neue ausgetauscht.
Nicht wesentlich anders wird es auch in Zukunft sein, auch wenn es nicht die 40-, 60- oder 100-Watt-Lampe ist, die matt oder klar ihr Licht abgibt, sondern eine der moderneren, energieeffizienteren Sparlampen.
Längst schon auf dem Vormarsch, sind sie allerdings auch nicht unumstritten. So kosten sie teilweise deutlich mehr in der Anschaffung, sie passen ästhetisch nicht zu jeder Leuchte, sie erzeugen nicht die gewünschte Licht-Atmosphäre und sie sind, je nach Produkt und Hersteller, auch nicht gleichermaßen sparsam im Stromverbrauch und ausdauernd betriebsfähig.
Einig sind sich die Bewerter darin, dass sie nicht nur prinzipiell eine längere Lebensdauer nachweisen können, sondern dass sie auch eine deutlich bessere Energiebilanz zu verzeichnen haben. Wird bei einer der bisher gebräuchlichen Lampen von einem Wirkungsgrad von etwa 5 Prozent ausgegangen, so werden den Energiesparlampen Werte von 25 bis 35 Prozent bescheinigt - so viel der eingesetzten Elektroenergie wandelt sie in Licht um. Der Rest ist an die Umgebung abgegebene Wärme.
Aktuelles Hauptargument für den Einsatz der Sparlampen ist deren Umweltbilanz. Der Klimaschutz nimmt auch die Beleuchtung der Wohn- und Arbeitsbereiche nicht aus. Seit Anfang September 2009 sind es nicht mehr allein Vernunft und guter Wille, die den Wechsel voranbringen. Gemäß einer Richtlinie der Europäischen Union werden keine der gewohnten 100-Watt-Lampen mehr produziert und an den Handel abgegeben. Dann soll es Jahr für Jahr weitergehen, bis im Herbst 2013 gar keine klassischen Glühlampen zugelassen sein werden.
Die Energie-Umweltbilanz ist die eine Seite der Betrachtung, eine andere wichtige ist die der sachgerechten Entsorgung der Leuchtkörper, wenn sie dann ausgebrannt sind oder nicht mehr benötigt werden. Genügte es für den Verbraucher bislang bei den herkömmlichen Lampen, sie in den Hausmüll zu geben, so ist nun, aufgrund der vollkommen anderen Beschaffenheit der energiesparenden Lampen, ein bewussterer und aufwändigerer Umgang notwenig.
In Energiesparlampen glimmt kein Wolframdraht mehr, sie sind als geformte Leuchtstoffröhren auf der Basis eines hochwertigen Gasgemisches nach Ablauf ihrer Gebrauchszeit als Sondermüll zu behandeln. Experten sind gefragt, wenn ihre Entsorgung nicht kontraproduktiv zum Gewinn für die Umwelt stehen soll. Entscheidend dafür ist ein zwar gering anmutender, dennoch sehr wesentlicher Anteil von bis zu neun Milligramm Quecksilber im Inneren des Glaskörpers. Nach einer Einschätzung des Bayerischen Landesamtes für Umwelt fielen allein im vergangenen Jahr deutschlandweit etwa 120 Millionen ausgediente Gasentladungslampen zur Entsorgung an, von denen nur rund 35 Prozent fachgerecht beispielsweise in Recyclinghöfen abgegeben worden sind. So gelangten einige hundert Kilogramm des hochgiftigen Schwermetalls unkontrolliert in die Umwelt.
Zu verhindern ist dieser Negativeffekt des Stromsparens und Klima-Schützens zunächst durch eine umweltgerechte Erfassung der einzelnen Lampen. Sondermüll-Sammelpunkte bieten hierfür ihren Service an, bevor eine fachmännische Demontage der Lampenbestandteile und die sachgerechte Trennung des quecksilberhaltigen Leuchtplasmas von Glas und Metallbestandteilen der Lampen erfolgt. In speziellen, sicheren Anlagen entsteht so schließlich auch hochreines Quecksilber, das neben anderen Stoffen wiederverwertet werden kann.
Um auch tatsächlich eine umfassend positive Wirkung für Natur und Umwelt zu gewährleisten, kommen für den Austausch der defekten Lampen einige notwendige Schritte hinzu. Ansonsten sind es vier, fünf Drehungen, ein paar Handgriffe.



