Goldgelb bis rötlich schimmert es und hat meist einen nussigen Geschmack – die Rede ist von Arganöl. Dieses seltene Öl mit wertvollen Inhaltsstoffen wird aus der Frucht des in Marokko wachsenden Arganbaums gewonnen. Die mandelähnliche Frucht des Baumes enthält stark ölhaltige Samen – ihr Ölgehalt liegt bei 50 bis 60 Prozent. Die Berber verwenden seit jeher Arganöl für Speisen und Kosmetika. In der Küche kommt es meist für Tajine-Gerichte und für Couscous-Rezepte zum Einsatz. Traditionell essen die Berber morgens einen Teelöffel Arganöl mit Honig und Brot.
Nun haben die Medien, internationale Forschungszentren und Universitäten das Arganöl entdeckt. Was aber macht dieses Öl so besonders? Die Besonderheit liegt in der Zusammensetzung. Zu mehr als 80 Prozent besteht Arganöl aus einfach und mehrfach gesättigten Fettsäuren und enthält darüber hinaus Sterine, wie das seltene Spinasterol und Schottenol.
Nicht nur die Inhaltsstoffe, auch ihre Kombination ist einzigartig. Im unverseifbaren Anteil des Öls, der kein Fett ist und etwa ein Prozent ausmacht, sind Karotene, Tokopherole, Sterole, Triterpenalkohole und Xantophylle enthalten. Tokopherole sind eine gute Quelle für natürliches Vitamin E, im Vergleich zu anderen Pflanzenölen enthält Arganöl ein Vielfaches davon. Während im Olivenöl 320 mg/kg Tokopherole vorhanden sind, beträgt ihr Anteil im Arganöl 620 mg/kg. Arganöl ist darüber hinaus reich an Phenolen.
In der Gastronomie wird Arganöl meist in Luxusrestaurants verwendet. Es verleiht Salaten, Fisch, Saucen und Geflügel ein wunderbares Aroma. Arganöl muss nicht unbedingt nussig sein, sondern kann auch fruchtig oder nach Kräutern schmecken. Es ist klassisch als kaltgepresstes Öl aus leicht gerösteten Argansamen erhältlich oder auch aus ungerösteten Samen. Diese zweite Variante des Arganöls schmeckt dann ein wenig leichter und milder.
Normalerweise ist Arganöl sehr teuer, es gibt aber auch eine günstigere Variante. Die Früchte, aus deren Samen es gewonnen wird, wurden allerdings bereits von Ziegen verspeist. Diese lieben das etwas bittere Fruchtfleisch und scheiden den harten Kern wieder aus. Arganölkenner stufen dieses Öl als minderwertig ein. Die Ziegen sind überdies eine Bedrohung für diese besondere Baumart. Mit einem Alter von über 80 Millionen Jahren ist sie eine der ältesten der Welt. Arganbäume werden bis zu 15 m hoch und bis zu 250 Jahre alt. Sie wachsen nur noch im Südwesten Marokkos. Zum Schutz wurde dieser Hain in die Liste der Biosphärenreservate der UNESCO aufgenommen.



