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Runder Tisch Blankenburg – Für das Dorf im Dialog
Im Mai 2008 trafen sich zum ersten Mal Vertreter der in Blankenburg aktiven Initiativen und Organisationen zum Runden Tisch. Seither finden die Begegnungen im Dreimonats-Rhythmus statt. Martin Kasztantowicz, der sich mit der Shared-Space-Initiative Blankenburg für ein modernes Verkehrskonzept engagiert, war einer der Initiatoren.

Herr Kasztantowicz, welchen konkreten Anlass gab es vor eineinhalb Jahren für das Einberufen eines Runden Tisches?

Die Leute, die damals daran teilgenommen haben, hatten festgestellt, dass sie in Kreisen wie der Freiwilligen Feuerwehr oder der Kirchengemeinde aktiv sind und wenig Kontakt miteinander haben. Ein zweites Problem für die einzelnen Initiativen war, ihre Anliegen und Aktionen im Dorf bekannt zu machen. So wollten wir uns auch bei der Öffentlichkeitsarbeit gegenseitig unterstützen. Es wurde ein E-Mail-Verteiler geschaffen und besprochen, einen gemeinsamen Veranstaltungskalender herauszugeben. Die Leute haben gemerkt, dass die Gespräche sehr interessant verlaufen, auch weil wir uns auf die Kommunikation beschränken und beispielsweise nicht zu politischen Fragen Stellung beziehen. Das ermöglichte es der recht modernen Shared-Space-Initiative, mit dem Kleintierzüchterverband, der ganz andere Ansätze hat, an einem Tisch zu sitzen. Es ist uns auch gelungen, die Kleingärtner der Anlage Blankenburg, die inhaltlich sehr getrennt vom Dorf arbeiten, dazuzuholen. Und wir verbinden auch die neu zugezogenen mit den alteingesessenen Blankenburgern.

Wo hat sich der Runde Tisch bisher wesentlich engagiert, was haben Sie erreicht?

Profitiert haben alle, indem Kontakte hergestellt sind, die es vorher nicht gab. Die Leute hier merken, dass etwas passiert. Ohne den Runden Tisch hätte beispielsweise ich mit der Shared-Space-Initiative nicht so viele Unterschriften sammeln und so viele Blankenburger erreichen können. Zu unserer ersten Veranstaltung kamen 120 Leute. Eine Folge des Runden Tisches ist auch, dass gemeinsames Interesse an der Kreisverkehr-Planung an der Krugstege und der Bahnhofstraße entstanden ist. Auch, wenn es Zustimmung und Ablehnung gibt.

Was ist nicht gelungen, an welchen Stellen gibt es Probleme?

Wir hatten uns erhofft, dass unser Internet-Veranstaltungskalender von allen Initiativen gespeist wird. Leider funktioniert das als Bringschuld nicht richtig, da ist derzeit noch Geduld gefragt.

Wie bewerten Sie die Akzeptanz bei Behörden und Institutionen?

Ich kann es beurteilen, weil ich bei den Grünen aktiv bin und zur BVV Kontakt habe. Es wird vom Bezirksamt sehr positiv gesehen. Solch einen Grad der Selbstorganisation kann die Politik selbst nicht leisten, es ist für die Politik einfacher, Ansprechpartner zu finden. So wie beim angedachten Kiezbus, als es darum ging, eine Bürgerversammlung einzuberufen.

Welche Pläne hat der Runde Tisch in diesem Jahr, was steht auf der Tagesordnung des nächsten Treffens, am 2. März?

Das sind der Rückblick auf unser vergangenes und die Vorausschau auf das nächste Weihnachts-Fest, das der Runde Tisch wieder organisieren wird. Und in diesem Jahr werden wir mit der Nachbargemeinde Heinersdorf die Verkehrsthemen angehen, und wir werden am 16. April eine überregional, berlinweit bezogene Veranstaltung zum Thema Klimapolitik und Klimawandel durchführen.

Zum 2. März, 17 Uhr, ins Kulturhaus der Schweitzer-Stiftung ist jeder Interessierte eingeladen, Ihre Treffen sind öffentlich...

Wir sind offen, auch wenn wir ein Tisch der Multiplikatoren, der Vertreter der Organisationen sind. Jeder, der etwas für das Dorf tun möchte, ist herzlich willkommen.

Interview: Gerald Karpa