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Alles unter einem Dach
Ein Instrument erlernen, einen der Sportkurse besuchen oder tanzen – all das können Kinder bei Pauli Pankow ausprobieren. Am 1. Juni 2006, dem Kindertag, hat Jacqueline Deisler die Schule in der Dietzgenstraße in Pankow-Niederschönhausen eröffnet.

Die Musikbegeisterte hat zuvor selbst aktiv Trompete, Tenorhorn und E-Bass gespielt. Schon in der Jugend beschäftigte sie der Gedanke: Wie lässt sich Elementarwissen der Musik Kindern noch verständlicher nahe bringen? Als Tochter Maria geboren wurde, entstand ihre erste Eltern-Kind-Rhythmik-Gruppe. Kurze Zeit darauf erwarb Jacqueline Deisler die Lizenz für das Musikalische Frühförderprogramm „Musikgarten", das Lorna Lutz Heyge und Evemarie Müller entwickelt haben.

Nach ihrem Umzug von Neukölln nach Pankow Niederschön­hausen arbeitete die junge Mutter weiter an ihrem Vorhaben, einen kreativen Bildungsort für junge Familien, Jugendliche und Erwachsene aufzubauen.

Den Start in Pankow beschreibt Jacqueline Deisler holprig: „Es ist schwer, sich hier durchzusetzen, viele haben erst einmal beobachtet, in großen Abständen Probestunden genommen, ehe sie sich zu einer Anmeldung entschließen konnten". Angefangen hat sie mit vier bis sechs Schülern. Mit der Zeit wurden es immer mehr Gruppen und neue Angebote kamen hinzu. „Die Wohnung wurde zu klein, so hab ich mich entschlossen, eine Schule in diesen Räumen hier zu eröffnen", erzählt die Gründerin mit dem musikpädagogischen Sachverstand. Bis heute erhöht sich die Schülerzahl stetig, hauptsächlich durch Mundpropaganda verbreitet sich ihr Kursangebot.

In den Räumen der Remise hat Jaqueline Deisler mit gelber und roter Farbe an den Wänden, mit Teppichen und einer kindgerechten Dekoration eine gemütliche Atmosphäre geschaffen.Was genau können die Kinder hier lernen? Das Angebot von Pauli Pankow umfasst Instrumentalunterricht für Flöte, Klarinette, Ukulele, Gitarre, Kinderkontrabass, E-Bass, Piano/Klavier, Geige, Akkordeon, Trommeln und Schlagzeug.

Im Sportprogramm stehen Kurse wie Eltern-Kind-Turnen, Turnen für Minis, Aikido, Qi Gong, Stockfechten, Klassisches Ballett, Moderner Tanz und Jazzdance. Die Musikalische Frühförderung ist ein wichtiger Bestandteil des Kursangebots. Bei den ganz Kleinen im Eltern-Kind-Kurs verbinden sich Sport, Musik, Bewegung und Tanz. Dieses große Pensum an Kursinhalten schafft Jacqueline Deisler nicht allein, sie hat die musikpädagogisch ausgerichteten Kurse der Kinder bis sieben Jahre übernommen und sich die Unterstützung kompetenter Musiklehrer für die weiterführende Instrumentalausbildung geholt.

„Ich arbeite mit zehn Lehrern zusammen, die aus Pankow, Prenz­lauer Berg, Karlshorst, in einem Fall sogar aus Cottbus kommen. Sie finden hier gute Arbeitsbedingungen und haben die Möglichkeit, ein eigenes Orchester aufzubauen. Zum Üben dürfen sie die Räume nutzen. Alle haben einen Schlüssel, denn wir arbeiten auf Vertrauensbasis zusammen", sagt die Betreiberin der Musikschule. Die Räumlichkeiten nutzen auch Kindergärten und eine Physiotherapie zum Turnen.

Wichtig ist der Musikschulleiterin, dass beide Seiten des Musizierens, die Technik und die Improvisation gleichermaßen vermittelt werden. „Die Kinder sollen auch lernen, zu improvisieren. Mit Kenntnis der Harmonielehre können Fünfjährige nach erfolgreichem Abschluss des Kurses: ‚Instrumentenzug mit Lokomotivführerschein‘ aber auch schon eigene kleine Stücke schreiben", meint die Musikbegeisterte und fügt hinzu: „Zielorientiertes Lernen ist mir wichtig, Spaß und Unbeschwertheit haben aber Priorität, denn sonst geht die Motivation verloren".

Das Besondere an den von ihr geleiteten Eltern-Kind-Gruppen ist die individuelle Ansprache und Wahrnehmung jedes Kindes, der Austausch der Eltern untereinander und die Alltags- oder Lebenshilfe, die ihnen mit auf den Weg gegeben wird. Im Kurs lernen Eltern und Großeltern, die Kleinen besser zu verstehen, zu beobachten, das richtige Spielzeug auszuwählen und auch, zuhause wieder mehr zu Singen.

Es gibt Lieder zur Begrüßung, zum Essen, Lieder an den Regen, den Käfer und die Sonne. „Durch Singen und Hausmusik wird die Entwicklung der Kinder gefördert und gleichzeitig Berührungsängste zwischen Eltern und Kindern abgebaut. Ich möchte die Bedeutung der Musik für eine liebenswürdige Erziehung vermitteln. Ein Elementarwissen über Notenlehre kann dabei durchaus hilfreich sein", beschreibt Jacqueline Deisler ihren Ansatz und fügt hinzu: „Wir singen moderne Lieder, Volkslieder, Kinderlieder oder sprechen Fingersprüche. Im Musikunterricht werden keine Lehrbücher progressiv abgearbeitet, sondern individuell und spontan miteinander umgegangen, mit dem Ziel jede Stunde etwas klüger nach Hause zu gehen."

Weitere Informationen erfahren Sie über info@pauli-pankow.de.