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Verloren im Netz
Die neuen Medien boomen – die Teilnehmerzahlen bei Twitter, Facebook, StudiVZ und anderen Social Communities entwickeln sich rasant. Dazu kommen unzählige althergebrachte Diskussions-Foren und Spaßangebote. Nicht jeder kann bei der Nutzung Maß halten, das Phänomen Internetsucht beschäftigt inzwischen zahlreiche Fachleute: Surfen, bis der Arzt kommt...

Die „ARD/ZDF-Onlinestudie 2009" weist aus, dass inzwischen 67,1 Prozent der Deutschen im Internet unterwegs sind - 43,5 Millionen der Erwachsenen. 96,1 Prozent der 14- bis 29-Jährigen nutzen regelmäßig das Internet, bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 84,2 Prozent und bei den Über-50-Jährigen liegt der Anteil bei 40,7 Prozent. Einkaufen, E-mail-Korrespondenz, Spiele, Weiterbildung oder Porno - kaum etwas gibt es noch, dass übers Netz nicht möglich ist.

Wer nicht mehr loskommt vom Computer, braucht professionelle Hilfe. Zwar ist die Internetsucht in ihren verschiedenen Varianten noch nicht - wie Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit - offiziell als Krankheit anerkannt, aber dennoch gibt es zahlreiche Beratungsangebote. Online- und Computerspielsüchtige benötigen professionelle Unterstützung, um ins reale Leben und zu verbindlichen Sozialkompetenzen zurückzufinden. Als Symptome gelten das Verlangen, das Internet zu nutzen und der Verlust jeglichen Zeitgefühls am Computer. Vierzehn Stunden und mehr am Computer beim Surfen, Spielen, Chatten oder Bilderansehen sind zu viel, wenn dabei Regelmäßigkeit einzieht und wenn Familie und Arbeit vernachlässigt werden. Insbesondere Sex-Seiten und Online-Rollenspiele gelten als Verführer in die Abhängigkeit.

Von drei bis sieben Prozent onlinesüchtiger Nutzer des Internets in Deutschland geht der Drogen- und Suchtbericht 2009 des Bundesministeriums für Gesundheit aus.

In Berlin können sich Betroffene beispielsweise an die Beratungsstelle der Caritas „Lost in Space" wenden. Im vergangenen Jahr eröffneten die Kliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Klinikum Hellersdorf und am Humboldt-Klinikum zwei Spezialambulanzen für Kinder und Jugendliche mit Mediensuchtproblemen. Daneben bieten eine Reihe von Psychotherapeuten und Psychologen Beratung und Heilbehandlung in ihren Praxen an.

Lost in Space
Wartenburgstraße 8, 10963 Berlin
Tel. (030) 666 33 959

Vivantes Klinikum Hellersdorf
Brebacher Weg 15, 12683 Berlin
Tel. (030) 130 18 3730

Vivantes Humboldt-Klinikum
Frohnauer Straße 74-80, 13467 Berlin
Tel. (030) 130 12 3010