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Barrierefrei durch Berlin
Für viele Berliner ist es eine Selbstverständlichkeit, sich frei und ungehindert durch die Stadt zu bewegen und dabei auch die öffentlichen Nahverkehrsmittel zu nutzen. Das gut ausgebaute Netz der BVG macht das Autofahren in der Hauptstadt beinahe überflüssig. Doch wie ist es um Menschen bestellt, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, oder unter einer Seh- oder Hörbehinderung leiden?

Da sich die Berliner Verkehrsbetriebe als Mobilitätsdienstleister für alle verstehen, wird seit 1992 das barrierefreie Verkehrsangebot kontinuierlich ausgebaut. Aber was genau ist darunter zu verstehen? Barrierefrei bedeutet, dass ein Rollstuhlfahrer ohne fremde Hilfe die Fahrzeuge der BVG berollen und verlassen kann. Im Falle von Sinnesbehinderungen bedeutet es, dass für blinde und sehbehinderte Menschen taktile Leitsysteme vorhanden sind, Innen- und Außenansagen erfolgen. Gehörlose Menschen wiederum sind auf visuelle Anzeigen angewiesen.

Während bereits 100 Prozent der BVG-Busse in Berlin barrierefrei zugänglich sind, werden bisher 16 von 22 Straßenbahnlinien ganz oder teilweise mit barrierefreien Fahrzeugen bedient. Bis zum Jahre 2016 sollen alle Tatra-Bahnen durch moderne Niederflur-Fahrzeuge ersetzt werden, die einen barrierefreien Zugang ermöglichen. Dann ist auch der Fuhrpark der Straßenbahn für mobilitätsbehinderte Fahrgäste zu 100 Prozent nutzbar.

Viele der Berliner U-Bahnhöfe befinden sich noch in der Umbauphase. Derzeit sind 81 der insgesamt 173 U-Bahnhöfe über Rampen oder Aufzüge für Rollstuhlfahrer erreichbar. Auf 100 U-Bahnhöfen existieren taktile Blindenleitsysteme. Ziel ist es, langfristig alle Bahnhöfe mit Aufzügen und Blindenleitsystemen auszustatten.

Hörbehinderten Fahrgästen wird durch optische Signale die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel erleichtert. Das Schließen der Türen in Straßenbahnen etwa wird mit Warnleuchten angezeigt. In den Fahrzeugen, auf den U-Bahnhöfen und an vielen Haltestellen im Stadtgebiet bieten elektronische Anzeigesysteme wichtige Informationen.

Weil es für viele in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkte Menschen noch keine Selbstverständlichkeit ist, mit Bus und Bahn zu fahren, organisiert die BVG sogenannte Mobilitätstrainings, dank derer viele Rollstuhlfahrer und Nutzer von Rollatoren wieder Mut fassen, sich selbständig in der Stadt zu bewegen.

Bei diesen Trainings, die in einem leeren Fahrzeug stattfinden, üben mobilitätsbehinderte und sehbehinderte Fahrgäste, wie sie die vorhandenen Hilfen verwenden, um am besten ins Fahrzeug zu gelangen und wie sie sich während der Fahrt sichern. Dabei stehen Mitarbeiter der BVG mit Rat und Tat zur Seite. Auch die Beauftragte der BVG für Menschen mit Behinderungen nimmt an diesen Trainings teil und steht für Erfahrungsberichte und Gespräche zur Verfügung. Die Termine für die kostenlosen Trainings können im Call Center der BVG unter 030 19449 erfragt oder auf www.BVG.de/barrierefrei nachgelesen werden.

An welchen Haltestellen genau Rampen, Aufzüge, Fahrtreppen und Blindenleitsysteme vorhanden sind, darüber gibt die online-Fahrplanauskunft www.fahrinfo-berlin.de im Internet Aufschluss. Außerdem hält das Faltblatt „Berlin Barrierefrei 2010" alle wichtigen Informationen zum Thema bereit. Es kann an allen BVG-Verkaufsstellen kostenlos erworben werden.