Inzwischen erhalten sehr viele Studenten die Chance, einen Teil des Studiums an einer ausländischen Hochschule zu absolvieren. Die wohl gängigste und bewährteste Art im Ausland zu studieren, ist die Teilnahme an einem universitären Austauschprogramm. Bei diesen bilateralen Abkommen zwischen verschiedenen Hochschulen wird meist auf zusätzliche Studiengebühren verzichtet, wodurch weniger Kosten anfallen. Des Weiteren ist die heimische Anrechnung der erworbenen Scheine gesichert. Der Nachteil besteht darin, dass die Anzahl der bestehenden Kooperationen zwischen den Hochschulen gering ist, die Studienplätze begrenzt sind und nur für bestimmte Fachbereiche und Semester zur Verfügung stehen. Ansprechpartner hierfür sind die akademischen Auslandsämter der Universitäten.
Ebenso besteht die Möglichkeit, im Rahmen eines Semesterprogramms im Ausland zu studieren. Diese Gastsemester, auch Open Semester oder Study Abroad genannt, werden überwiegend von Universitäten und Hochschulen englischsprachiger Länder angeboten. Sie sind vor allem wegen ihrer meist unkomplizierten und kurzfristigen Bewerbungsverfahren beliebt. Die Kurswahl ist oftmals fach- und semesterübergreifend, was ein hohes Maß an Flexibilität garantiert und die individuellen Bedürfnisse des Studierenden berücksichtigt. Zudem können diese Programme durch Auslandsbafög oder Stipendien finanziert werden.
Auch sogenannte Summer Sessions, also Sommerkurse im Ausland, bieten Studenten die Gelegenheit, ihr Wissen im Ausland zu erweitern. Sie stellen eine besondere Studienform dar, die von vielen amerikanischen und kanadischen Universitäten während der Semesterferien, im Zeitraum zwischen Mai und September, angeboten wird.
Hierbei handelt es sich um ein auf fünf bis sechs Wochen gestrafftes Semester. Bei diesen Summer Sessions kann man aus einer Vielzahl von Kursen der unterschiedlichsten Fachbereiche wählen und zwischen zwei bis drei von ihnen belegen. Aufgrund der kurzen Dauer werden lediglich Intensität und die Anzahl der Wochenstunden erhöht, alles andere ist vergleichbar mit einem normalen Semester. So ist auch das Erwerben von Uni-Credits möglich. Nach Abschluss der Summer Session werden Zeugnisse erstellt, die an der Heimatuniversität zur Anrechnung hinzugezogen werden können.
Oftmals fallen bei Auslandssemestern hohe Kosten an, jedoch gibt es einige Fördermöglichkeiten, die Studenten im Ausland finanziell unterstützen. So bietet beispielsweise das ERASMUS-Programm, ein Programm der Europäischen Union, Studenten aber auch Hochschuldozenten die Gelegenheit, an ausländischen Hochschulen zu lernen. Mittlerweile wirken knapp neunzig Prozent der europäischen Hochschulen am ERASMUS-Programm mit, das sind über 4.000 Hochschuleinrichtungen aus 31 Ländern. Mit einem Jahresbudget von über 440 Millionen Euro werden für Unterkünfte und Verpflegung der Teilnehmer gesorgt.



