Nächster Halt Amerika! Portugal, im äußersten Westen Europas, verbirgt auch heute noch viele Geheimnisse. Zum einen die landschaftlich sehr schönen Küstenstreifen der Algarve, zum anderen die weniger schönen Hotelburgen entlang dem Meer. So rechnet man während der Hochsaison auf jeden Portugiesen etwa drei Touristen! Man fragt sich dabei, was essen die alle? Außer dem süffigen Madeira und dem getrockneten Bacalhau, Hähnchen Piri-Piri oder Wiener Schnitzel mit Pommes ist vielen nicht mehr bekannt. Und dort fangen die kulinarischen Geheimnisse der Algarve an.
Die authentische Küche Portugals hat weitab von den Betonburgen mehr zu bieten als Touristen-Menüs. Es waren nämlich die portugiesischen Seefahrer, die im 15. Jh. eine Vielzahl exotischer Zutaten aus dem Orient, aus Asien und Amerika mitbrachten. Neben den vielen Gewürzen, sorgten Tomaten, Bohnen, Mais und Kartoffeln für eine großartige Bereicherung, auch in den Küchen der armen Landbevölkerung. Doch ohne Brot wäre die portugiesische Küche nicht denkbar. Ob als üppige Brotsuppe, in Schmalz oder Öl frittiert, gebacken oder als „Arme-Ritter-Variante", jedes Gericht ist eine Spezialität für sich.
Das maurische Erbe ist im Reisanbau und dessen Verarbeitung zu Beilagen oder Dessert zu finden. Der „Catoplana", ein luftdicht verschlossener Kupferkessel, ist ein wichtiges Küchenutensil für einen beliebten Fischeintopf, den „Caltoplana de Marisca". Leider ist er von den Speisekarten der Gaststätten fast verschwunden. Ein ähnliches kulinarisches Schicksal ist auch der „Caldo Verde", eine bekannte deftige Kohlsuppe mit Kartoffeln und Chourico (geräucherte Knoblauchwurst), widerfahren.
Eine angepasste Küche für die endlose Zahl von Touristen, die auf Hamburger, Fritten & Co. nicht verzichten können, verdrängt die abwechslungsreiche, ursprüngliche portugiesische Küche in kleine Gaststätten und Bars, weitab vom Strandtrubel.
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