Bekannt wie keine andere und doch keine echte Bowle ist die Feuerzangenbowle. Der bekannte Punsch, der gerne zu Silvester getrunken wird, wurde durch den Film „Die Feuerzangenbowle“ von 1944 berühmt. Seinen Namen verdankt das Getränk dem Haushaltsgerät, mit dem früher glühende Kohlen vom Herd- oder Kaminfeuer angefasst wurden. Für die Zubereitung der Feuerzangenbowle wurde mit dieser Zange ein Zuckerhut gehalten, denn früher gab es Zucker in hutförmigen Brocken zu kaufen, dieser mit Rum beträufelt und erhitzt. Heute wird über dem Zubereitungsgefäß ein gelochtes Blech angebracht, auf das brennender, rumgetränkter Zucker gelegt wird, der dann in das Getränkt träufelt. Grundlage des Punsches bildet trockener Rotwein, der gemeinsam mit Gewürznelken, Sternanis, Zimtstangen, Zitronen- und Orangenschalen erhitzt wird. Je nach Rezept können verschiedene Säfte und Liköre oder auch Schwarztee ergänzt werden. Nun kommen Zucker und Rum ins Spiel. Angezündet wird der Zuckerhut erst dann, wenn er vollständig mit Rum getränkt ist.
Die Tropfen karamellisierten Zuckers verleihen der Feuerzangenbowle ihren besonderen Geschmack. Meist verwendet man Rum mit 54 Prozent Alkoholanteil. Ein höherer Alkoholanteil ist jedoch günstiger, um durch die höhere Verbrennungstemperatur zu gewährleisten, dass der Zucker auch tatsächlich schmilzt.
Bei der Dosierung des Rums sollte man aufpassen und ihn auf keinen Fall aus der Flasche nachgießen, sondern eine Kelle zu Hilfe nehmen. Sonst könnte es eine Stichflamme geben. Auf zwei bis drei Liter Rotwein nimmt man etwa 0,35 Liter Rum.



