Schon seit Jahrtausenden entspricht glänzendes, seidiges und lebendiges Haar einem Schönheitsideal. Eine volle Haarpracht kennzeichnet seit jeher ein gesundes Individuum. In vielen alten Kulturen wurde eine lange Mähne mit Freiheit und Stärke assoziiert. Ob kurz oder lang – heute legen besonders Frauen sehr großen Wert auf Gesundheit und Schönheit ihres Schopfes. Mehrheitlich ist frau mit ihrem Haar jedoch unzufrieden. Es sei zu fettig, zu dünn und zu spröde. Entweder habe man zu viele, zu wenige oder gar keine Locken, so lauten die Klagen. Unzählige Produkte versprechen Abhilfe, doch benötigen die aus Keratin bestehenden Hornfäden nur ein wenig Unterstützung, um blendend auszusehen.
Gerade das Überpflegen ist die Ursache vieler Haarprobleme: Zu häufig wird das Haar mit zu heißem Wasser gewaschen und dann zu heiß geföhnt. Zu allem Überfluss verwenden viele Frauen dann auch noch Unmengen an Pflegeprodukten.
Diverse Substanzen, die in den Pflegemitteln enthalten sind, strapazieren Haar und Kopfhaut und können unter Umständen Allergien auslösen. Silikone zum Beispiel, versiegeln die Oberfläche von Haut und Kopfhaar und erschweren so den Austausch von Nährstoffen. Zur Pflege sollten daher sanfte Produkte verwendet werden.
Fünf Schritte zu natürlich schönem Haar
1. Waschen
Zu häufiges Waschen verringert den Fett- und Feuchtigkeitsgehalt des Haares. Zweimal wöchentlich Haarewaschen reicht vollkommen aus, idealerweise mit lauwarmem bis kaltem Wasser. Das gilt besonders für feines Haar. Kälteres Wasser lässt die Muskeln zusammenziehen, die das einzelne Haar umfassen, so haben die Haare mehr Stand und Volumen. Als natürlicher Feuchtigkeitsspender für trockenes Haar wirkt Aloe Vera. Shampoo muss unbedingt gründlich ausgespült werden. Ein Schuss Zitronensaft beim letzten Spülen des Haares schafft Abhilfe bei sprödem, glanzlosem Haar.
2. Pflegen
Wenn möglich, sollte auf Spülungen und Kuren verzichtet werden. Wer zu viel der Pflege betreibt, umgibt das Haar mit einem zu dichten Film: Statt Glanz und Kämmbarkeit zu bewirken, hängt das Haar dann eher schlapp herunter. Wenn, dann sollte eine natürliche Pflegepackung mit längerer Einwirkzeit verwendet werden, hier haben die Wirkstoffe, wie Weizenproteine, pflanzliche Öle und Kräuterauszüge etwa 30 Minuten Zeit, sich zu entfalten. Ein Tipp aus Großmutters Zeiten: Bier sorgt für Volumen, Zitrone wirkt gegen Fett und Tee bringt einen seidigen Farbschimmer. Ist das Haar einmal geschädigt, durch Spliss etwa, dann hilft allerdings nur noch die Schere.
3. Trocknen und Stylen
Nasses Haar ist sehr empfindlich, denn das Wasser löst seine stabilisierende Hülle vorübergehend auf. Kräftiges Rubbeln schädigt die Schutzhülle und regt zudem die Talgdrüsenproduktion an, so dass die Haare schneller nachfetten. Besser ist es, mit einem Handtuch die Haare nur sanft auszudrücken. Wenn geföhnt wird, sollte dabei der Abstand zum Haar mindestens 20 Zentimeter betragen. Ist die Luft zu heiß, schädigt sie die äußere Schuppenschicht und reizt die Kopfhaut. Beim Stylen kann Schaum, Wachs oder Gel dabei helfen, den Schopf in Form zu bringen. Wer Haarspray verwendet sollte unbedingt darauf achten, dass der enthaltene Alkoholgehalt so gering wie möglich ist, da sonst weiße Ablagerungen am Haar entstehen können.
4. Massage
Eine Kopfmassage, ob mit den Händen, einer Bürste oder einer Kopfspinne, ist entspannend und sorgt für eine gute Durchblutung der Kopfhaut. Tägliches Bürsten reinigt das Haar und glättet die äußere Schuppenschicht. Diese Pflege bringt Volumen und Glanz. Bürsten aus Kunststoff sind zwar kostengünstig, jedoch meist zu hart, zu spitz und nicht antistatisch, so dass die Haare sich aufladen können und zu Berge stehen. Ideal sind Haarbürsten mit Naturborsten vom Wildschwein oder Schwein. Sie ähneln dem menschlichen Haar und können das natürliche Fett aufnehmen und es gleichmäßig über die Haare verteilen, wodurch ein natürlicher Glanz entsteht. Bürsten mit glatten Holznoppen eignen sich ebenfalls gut. Einmal im Monat sollte die Bürste mit Shampoo und lauwarmem Wasser gereinigt werden.
5. Ernährung
Der Einfluss unserer Ernährung auf die Schönheit unserer Haare sollte nicht unterschätzt werden. Die Haarwurzeln erhalten die zum Aufbau gesunder Haare notwendigen Nährstoffe über die Kopfhaut - das sind Eiweiße, Spurenelemente und Vitamine. In einer ausgewogenen Vollwerternährung sind diese reichlich vertreten: Kartoffeln, Getreide, Eier und Käse liefern den Haarwurzeln das richtige Eiweiß. Eisen ist ebenfalls unverzichtbar, es ist im Fleisch, in Hülsenfrüchten aber auch im Vollkornbrot enthalten. Vitamin C bindet Eisen und reguliert seinen Transport. Vitamin H kommt in Nüssen und Mandeln vor und fördert die Bildung von Keratin. Vitamin A, das in Karotten und Fisch zu finden ist, stärkt das Immunsystem. Auch Kieselsäure, die in Haferflocken, Vollkornreis oder Hirse enthalten ist, fördert das Wachstum der Haare.



