Bereits seit Jahrhunderten werden Heilverfahren, die auf dem Prinzip der Reflexzonen basieren, angewendet. Es wird davon ausgegangen, dass sämtliche Organe und Muskelgruppen des Körpers über die Haut beeinflusst werden und umgekehrt. Grund dafür ist der Cuti-viscerale-Reflex. Bei diesem Reflex werden Reize über unzählige Sensoren der Haut aufgenommen und zunächst zum Rückenmark geleitet. Von dort werden die Informationen zum Gehirn gesendet und von uns wahrgenommen. Zuvor jedoch treffen die Leitungen von Haut und Organen in den als Ganglien bezeichneten Umschaltpunkten des Rückenmarks, wie in einer Verteilerdose, aufeinander. Bei diesem Zusammentreffen kommt es zwischen ihnen zu entsprechenden Wechselwirkungen. Aus diesem Grund können kalte Füße beispielsweise zu Halsentzündungen führen. Andersherum können schmerzende oder verspannte Füße Indiz für eine Störung oder Schädigung eines Organs sein. Die Reflexzonen sollen sich unter anderem am Rücken, an den Füßen, Händen und Ohren sowie an der Nase und am Schädel befinden. Eine der bekanntesten Behandlungsformen in diesem Zusammenhang ist die Fußreflexzonenmassage. Ihre Wirksamkeit beruht rein auf Erfahrungswerten, dennoch gehen Anwender davon aus, dass es rund 100 verschiedene Reflexzonen am Fuß gibt, die ähnlich wie eine Landkarte die verschiedenen Regionen des Körpers widerspiegeln. Demnach soll sich der Bereich der Lunge im gesamten oberen Fußballen befinden, während der Darmsektor an der Ferse liegt und die Zehenzwischenräume dem Lymphsystem zugeordnet werden.
Die Anwendungsbereiche der Fußreflexzonenmassage sind recht vielfältig. Sie dient vor allem der Linderung von körperlichen Beschwerden, ist aber allein zum Kurieren von Krankheiten ungeeignet. Daher ist diese Behandlung eine sinnvolle Ergänzung zu anderen Heilverfahren. Besonders bei Kopfschmerzen, Blutdruckschwankungen und Verdauungsproblemen kommt die Fußreflexzonenmassage gezielt zum Einsatz.
Auf der anderen Seite spielt auch der Wohlfühlfaktor eine ausschlaggebende Rolle, weshalb diese Behandlung damals wie heute in Badhäusern und anderen Wellnesseinrichtungen angeboten wird. Doch auch daheim kann man sich selbst oder noch besser paarweise mit einer Fußmassage verwöhnen. Wer möchte, kann vorab ein schönes Fußbad nehmen. Danach sollte man sich in eine bequeme Position bringen, in der problemlos alle Flächen erreicht werden können. Wer die Zonen nicht im Kopf hat, kann verschiedene Übersichten, zum Beispiel Tafeln, Poster oder Kärtchen zur Hilfe nehmen. Eine etwas ausgefallene Variante ist die Reflexzonen-Socke, auf der die Zonen wie eine Landkarte aufgezeichnet sind. Anschließend kann nach Belieben losmassiert werden, allerdings sollte stets von außen nach innen sowie von oben nach unten vorgegangen werden.



