Hautkrankheiten können bei unterschiedlichsten Ursachen sehr ähnlich aussehen. Es ist aber sehr wichtig, die Ursache herauszufinden, um optimal behandeln zu können. Mögliche Ursachen sind:
Bakterielle Infektionen
Erkrankungen durch Pilze oder Hefen
Erkrankungen durch Viren
Erkrankungen durch Einzeller
Parasitär bedingte Erkrankungen
Hormonell bedingte Hautkrankheiten
Hauterkrankungen als Folge anderer Organkrankheiten
Autoimmunkrankheiten
Allergisch bedingte Hauterkrankungen
Ernährungsbedingte Hautveränderungen
Umweltbedingte Hautprobleme
Psychisch bedingte Hautveränderungen
Genetisch bedingte Hauterkrankungen
Tumore der Haut
Häufig sind mehrere Ursachen gleichzeitig beteiligt und verschlimmern die Leiden des betroffenen Patienten. So kann z. B. ein Flohbefall bei entsprechend veranlagten Tieren zu allergischen Reaktionen mit Juckreiz, Selbstverletzungen durch Kratzen und anschließender bakterieller Infektion der Haut führen. Eine Schilddrüsenunterfunktion macht die Haut sehr anfällig für bakterielle Infektionen. Mit Allergien belastete Tiere kratzen sich verstärkt bei zusätzlicher psychischer Belastung. Ernährungsfehler machen die Haut anfälliger für Infektionen. Durch Parasiten verursachte Hautläsionen werden durch zusätzliche bakterielle Infektion schlimmer. Es gibt zahlreiche weitere Beispiele für solche Zusammenhänge.
Zur Ursachenklärung (Diagnostik) gehört immer eine ausführliche Anamnese (Vorbericht), eine gründliche allgemeine klinische Untersuchung und eine spezielle äußerliche dermatologische Untersuchung. Je nachdem, welche Verdachtsdiagnosen sich daraus ergeben, schließen sich spezielle dermatologische und Labortests an.
Dazu gehören die Untersuchung von ausgekämmtem Material, zytologische Untersuchung von z. B. Abklatschpräparaten mit Tesafilm, Hautgeschabsel, Pilzuntersuchungen, bakteriologische Untersuchungen, Hautbiopsien, Hormonbestimmungen und Allergietests. Gerade bei den letztgenannten gibt es erhebliche Qualitätsunterschiede und die Auswahl des richtigen Tests ist ganz entscheidend. Im Allgemeinen ist die korrekte Ursachenabklärung Voraussetzung für eine wirksame Therapie.
Nun zu den Möglichkeiten der Behandlung:
Ziel der Therapie ist die Linderung der Beschwerden und nach Möglichkeit die Heilung.Oft sind am Krankheitsbild mehrere Ursachen beteiligt. Davon lassen sich zumindest einige beseitigen, z. B. eine zusätzliche bakterielle Hautinfektion bei einem Allergiker oder bei einem Patienten mit einer Schilddrüsenunterfunktion oder die bei allen Tierarten recht häufigen Parasiten. Zu unterscheiden ist zwischen einer die Ursachen bekämpfenden (kausalen) und einer symptomatischen Therapie. Die kausale Therapie muss, soweit das möglich ist, immer bevorzugt werden. Eine symptomatische Therapie ist fast immer nötig, genügt aber auf Dauer häufig nicht, wenn die Krankheitsursache nicht ermittelt wird. Nach der Art der Therapie unterscheidet man zwischen innerlicher (systemischer) und äußerlicher (topischer) Therapie. Oft sind beide gleichzeitig notwendig.
Innerliche Behandlungen sind vor allem dann nötig, wenn größere Anteile der Haut erkrankt sind. Die entsprechenden Medikamente werden vor allem durch Injektionen oder Tablettengaben verabreicht. Nachteil ist teilweise, dass die Wirkstoffe nicht nur in die Haut, sondern auch in andere Organe gelangen, so dass unerwünschte Nebenwirkungen entstehen können. Zu den innerlich angewandten Medikamenten gehören:
Antibiotika und Sulfonamide: Ihre Anwendung ist bei Hautkrankheiten relativ oft erforderlich, da auch bei Vorliegen anderer Ursachen häufig bakterielle Infektionen das Krankheitsgeschehen verschlimmern.
Mittel zu Hautpilzbehandlung werden bei eindeutiger Diagnose (Pilzkultur) eingesetzt
Mittel zur Parasitenbekämpfung sind bei entsprechender Ursache angebracht. Ihre Wirkung richtet sich vor allem gegen Flöhe (häufige Allergieursache), Zecken und Milben. Meistens empfiehlt sich eine Langzeitanwendung. Es wird eine Vielzahl von Mitteln im Handel angeboten. Teilweise sind sie nicht ausreichend wirksam oder haben massive Nebenwirkungen. Daher ist es empfehlenswert, die entsprechenden Medikamente nur nach entsprechender Beratung in der Tierarztpraxis anzuwenden.
Hormone kommen zum Einsatz, wenn ein entsprechender Mangel oder Überschuss durch Laboruntersuchungen nachgewiesen wurde.
Die Einflussnahme auf das Immunsystem ist als kausale Therapie (Desensibilisierung) bei Allergien Mittel der Wahl. Symptomatisch werden Kortisone (soviel wie nötig und so wenig wie möglich!), Cyclosporin und Antihistaminika je nach Verlauf eingesetzt.
Ernährungsfaktoren spielen eine große Rolle. Bei Futtermittelallergien werden ganz spezielle Diäten verabreicht. Insbesondere Fettsäurepräparate und teilweise Vitamine unterstützen die Heilung von Hautkrankheiten.
Äußerliche Behandlungen erfolgen vor allem durch verschiedene medizinische Shampoos. Daneben kommen Salben und Lotionen mit verschiedensten Wirkstoffen zur Anwendung.
Weitere Informationen unter:
Tel: (030) 9415638 www.tierarzt-berlin.net
Bücher zum Weiterlesen:
Dr. Volker Wienrich: Hautkrankheiten und Allergien beim Hund, Verlag Müller Rüschlikon 2002
Dr. Volker Wienrich: Der vitale Hund (Ernährung und Gesundheit), Verlag Müller Rüschlikon



