Das Heilen mit Düften ist in der Geschichte schon 5000 vor unserer Zeitrechnung belegt, bereits in den Veden, den alten indischen Schriften, auf denen auch die Ayurvedalehre beruht, finden sich Aufzeichnungen darüber. Gewonnen werden ätherische Öle aus Blättern, Blüten, Samen, Früchten, Zweigen und Wurzeln von Pflanzen, meist durch Wasserdampfdestillation. Über das Riechzentrum und das limbische System im Gehirn entfaltet das Öl seine Wirkung auf Gefühle und Stimmungen. Ihre Anwendung findet die Aromatherapie hauptsächlich bei Befindlichkeitsstörungen wie schlechter Laune, Nervosität oder Schlafstörungen und psychosomatischen Erkrankungen. Die Düfte können harmonisierend und stimmungshebend sein, da die Duftstoffe auf das Zentralnervensystem wirken und dort über das psychische Wohlbefinden vor allem einen entspannenden Effekt erzielen. Bis heute ist die Wirksamkeit ätherischer Öle bei schweren Krankheiten jedoch kaum wissenschaftlich erforscht.
Die Wirkungsweise verschiedener Öle wird häufig im Zuge der Selbstdiagnose Sachbüchern entnommen, es gibt aber auch Therapeuten und Ärzte, die komplementärmedizinisch arbeiten und das Wissen um die ätherischen Öle nutzen.
Meist werden die Öle in Duftlampen verdampft, über Wasserdampf inhaliert, warme und kalte Kompressen damit hergestellt oder der Körper eingerieben. Auch als Badezusatz oder Lösung zum Gurgeln kommen ätherische Öle zum Einsatz.
Für das Verdampfen in Duftlampen genügen wenige Tropfen Öl zur Aromatisierung der Raumluft. Länger als zwei bis drei Stunden sollte der Duft nicht verströmen, da sonst Kopfschmerzen oder Übelkeit auftreten können. Auch sollte vom ständigen Wechseln der Raumdüfte abgesehen werden.
Bäder werden mit wenigen Tropfen Öl, das mit Milch, Sahne, Honig oder Pflanzenöl gebunden wird, versetzt. Für Kompressen werden die Öltropfen direkt ins kalte oder warme Wasser gegeben und der Stoff darin getränkt. Für eine kalte Kompresse können Eis, wenige Tropfen Öl und eine Prise Salz in eine Mullbinde gegeben werden. Das Salz bindet die ätherischen Öle. Die Binde sollte jedoch nicht direkt auf die Haut gelegt werden.
Für die Herstellung von Massageölen eignen sich Öle aus der Apotheke als Grundlage, zum Beispiel Mandelöl, Jojobaöl, Haselnuss- oder Weizenkeimöl. Diesem Trägeröl wird pro 100 ml 15 bis 30 Tropfen ätherisches Öl beigemengt und die Mischung gut geschüttelt. Ätherische Öle sollten nie unverdünnt auf die Haut aufgetragen oder gar eingenommen werden, denn sie können die Schleimhäute verätzen. Besonders wenn das Öl für die Sauna verwendet oder auf die Haut aufgetragen wird, sollte unbedingt auf Qualität geachtet werden. Einige Menschen reagieren allergisch auf synthetische Duft- und Zusatzstoffe in Duftölen, ähnlich denen in Parfüms und Waschmitteln. Die günstigen Duftöle sind im Labor hergestellte billige Imitate der reinen ätherischen Öle. Bei Lavendel- und Teebaumöl zum Beispiel, sind Imitat und qualitativ hochwertiges Öl kaum zu unterscheiden. Hier fragt man am besten in der Apotheke nach.
Auf dem Fläschchen muss „100% ätherisches Öl" stehen. Dieses enthält 300 verschiedene Inhaltsstoffe, deren unterschiedliche Wirkungen zusammenspielen. Das angefangene Fläschchen bewahrt man am besten im Kühlschrank auf. Da die Öle brennbar sind, muss, wer eine Duftlampe entzündet, Vorsicht walten lassen und das Fläschchen schnell wieder zuschrauben. Bei Selbstanwendungen der Öle als Massageöl sollte besser Expertenrat von Arzt oder Apotheker eingeholt werden, da Öle durch Einreiben in die Blutbahn gelangen können und ihre innere Wirkung bisher zu wenig erforscht ist. Aus diesem Grund sollte von dieser Anwendung auch bei Schwangeren und Kleinkindern abgesehen werden.
Die Verwendung von ätherischen Ölen sollte ausschließlich als Zusatzmaßnahme zur Verbesserung der Lebensqualität verstanden werden, niemals als Heilmethode schwerer Erkrankungen.
Wirkungsweise verschiedener Öle:
stimmungsaufhellend: Rose, Rosenholz, Geranium, Bergamotte, Lemongrass, Neroli
desinfizierend: Teebaum, Eukalyptus, Nelke, Lavendel, Salbei
hustenlindernd: Muskat, Thuja, Zitrone, Pfefferminze, Latschenkiefer
schmerzstillend: Kamille, Pfefferminze, Bergamotte, Cajeput, Geranium
immunstärkend: Eukalyptus, Lavendel, Teebaum, Geranium, Bergamotte
aphrodisierend: Ylang-Ylang, Patchouli, Rose, Sandelholz, Jasmin
aktivierend: Fichtennadel, Rosmarin, Thymian, Muskatnuss, Citronella
beruhigend: Lavendel, Melisse, Mandarine, Kamille, Ylang-Ylang, Basilikum
konzentrationssteigernd: Lemongrass, Rosmarin, Pfefferminze, Eukalyptus, Cajeput
insektenabwehrend: Lavendel, Eukalyptus, Nelke, Salbei, Zypresse



