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Winterzeit ist Kohlzeit
Einst galt er als Arme-Leute-Essen, doch mittlerweile hat sich Kohl als eines der beliebtesten Wintergemüse aus heimischen Gefilden und echtes Fitness-Produkt etabliert.

Schon in der Antike wurde die Kohlpflanze hoch geschätzt. So erkannten bereits die alten Römer das enorme Potenzial des Kohls. Römischen Bauern gelang es durch Züchtung und Auslese, aus dem einst kargen Kohlgewächs einen üppigen Kopf zu ziehen. Mit der Zeit entwickelten sich daraus die verschiedensten Sorten, wie zum Beispiel Weiß- und Rotkohl, Wirsing und Blumenkohl, die zum einen als gesunde Gaumenfreude und zum anderen, aufgrund ihrer wertvollen Inhaltsstoffe, als Arzneimittel begehrt waren.

Die gängigen Kohlarten enthalten unter anderem die Vitamine A und K, die für den Sehvorgang erforderlich sind und zur Blutgerinnung beitragen. Zusätzlich weist Kohl einen genauso hohen Anteil an Vitamin C auf wie Zitrusfrüchte. Weitere Bestandteile des Kohlgemüses sind die sekundären Pflanzenstoffe, die für die charakteristischen Merkmale, wie Form, Farbe, Geschmack und Geruch, zuständig sind. Dabei spielt insbesondere das sogenannte Glucosinolat eine wesentliche Rolle. Die Abbauprodukte der Glucosinolate dienen unter anderem der körperinneren Bekämpfung von Bakterien und Tumorbildung, außerdem können sie Herz-Kreislauferkrankungen vorbeugen. Des Weiteren finden sich in den Kohlgewächsen zahlreiche Mineralstoffe wieder. So enthalten sie beispielsweise größere Mengen an Kalzium, was für die Reizweiterleitung an den Nervenenden sowie für sämtliche Muskeltätigkeit notwendig ist und für feste Knochen sorgt. Kalium dagegen nimmt Einfluss auf den Wasserhaushalt und dient der Regulierung des Blutdrucks. Das im Kohl enthaltene Spurenelement Eisen sorgt für die Bildung des Blutfarbstoffes Hämoglobin, das dem Sauerstofftransport dient.

Die wohl am meisten geschätzten Inhaltstoffe des Kohlgemüses sind die zahlreich vorhandenen, unverdaulichen Ballaststoffe. Sie sättigen ohne Kalorien zu liefern, deshalb bietet sich Kohl als ideale Speise zur Gewichtsabnahme an und sorgt zusätzlich für eine gute Verdauung.

Bei der Zubereitung von Kohl ist so einiges zu beachten. So sollte der Kohl so schonend wie möglich verarbeitet werden, um die wertvollen Inhaltstoffe weitgehend zu erhalten. Dazu düns­tet man ihn am besten ganz leicht an, was zudem den Vorteil hat, dass sich die Aromen optimal entfalten können. Damit einem das Kohlgemüse nicht auf den Magen schlägt, können Gewürze wie Kümmel, Anis, Fenchel- und Dillsamen hinzugefügt werden. Wer Töpfe mit gut schließendem Deckel verwendet, verkürzt nicht nur die Garzeit, sondern dämmt auch den Kohlgeruch ein. Bei Kohlgewächsen mit Blättern müssen diese und der Strunk vor dem Kochen entfernt werden, da diese bitter schmecken und nitrathaltig sind.