„Man ist mit sich allein. Mit den anderen zusammen sind es die meisten auch ohne sich. Aus beidem muss man heraus“, schrieb der Philosoph Ernst Bloch einmal. In den letzten Jahrzehnten haben sich die Lebensformen verändert. Es gibt wesentlich mehr Single-Haushalte und Kleinfamilien als früher. Die Lebenshaltungskosten und Mieten steigen immer mehr, und die Gehälter sind eher rückläufig. Vieles scheint zukünftig unsicher, die allgemeine existenzielle Bedrohung hat zugenommen, das Vertrauen auf Staat, Kirche oder traditionelle Werte ist erschüttert. Die gleichzeitige Beschleunigung der Lebensbedingungen bei zunehmend geforderter Flexibilität erschwert zwischenmenschliche Bindungen.
Bei derartigen Lebens-, Job- oder familiären Problemen tut man sich oft schwer, einen geeigneten Gesprächspartner zu finden. Manches will man nicht wahrhaben, wegschieben, ertränken, vergessen machen. Erschöpfung und Schwäche werden als Gebrechen gedeutet, die „offene" Gesellschaft tabuisiert ihre funktionalen Schwächen.
Da gärt allerhand vor sich hin, bis es sich Bahn bricht: Schon ein harmloser Anlass kann Auslöser sein, die Welt gerät ins Wanken: Ein Strudel von Erschöpfung, Lustlosigkeit und Verzweiflung - das weiße Rauschen des „Ich schaffe es nicht, ich bin überfordert, ich möchte aufgeben...!" wird übermächtig.
Das sind Lebenssituationen, in denen es wichtig ist, sich bei einem anderen Menschen auszusprechen. Vielleicht sogar bei einem „Außenstehenden", der nicht zum unmittelbaren persönlichen Umfeld gehört. Jemand, der in die eigenen Probleme, Schwierigkeiten und Sorgen nicht selbst emotional verstrickt oder dadurch persönlich betroffen ist.
Meist ist es schon entlastend, wenn jemand einfach zuhört, einen ausreden lässt und dadurch hilft, die Gedanken und Gefühle zu sortieren, oder durch Fragen aus anderer Sicht zum Nachdenken anregt.
Selbstverständlich kann der Gesprächspartner die Probleme nicht für einen lösen, aber er kann auf der Suche nach möglichen Lösungen unterstützen... - und einem womöglich einen anderen, neuen Blick auf die eigene Situation oder Problematik ermöglichen.
Hier bietet die „OFFENE TÜR BERLIN" jeden Dienstag in der Zeit von 17 bis 20 Uhr eine Offene Sprechstunde ohne vorherige Anmeldung an, kostenlos und auf Wunsch selbstverständlich anonym.
Die OFFENE SPRECHSTUNDE stellt ein Zusatzangebot zu regulären - über mehrere Sitzungen verlaufenden und terminlich zu vereinbarenden - therapeutischen Beratungsgesprächen (Einzel-, Paar- und Sexualberatung) dar, die während der ganzen Woche möglich sind.
Die in Seelsorgegesprächen und psychologischer Beratung ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen in dieser Zeit zum Zuhören und zum Gespräch sehr gerne zu Verfügung. Sie unterliegen alle der Schweigepflicht! Die Offene Sprechstunde dient aber in erster Linie einer allgemeinen Lebensberatung.
Offene Tür Berlin e.V.
Die OFFENE TÜR BERLIN e. V. (OTB) ist eine gemeinnützige, selbstständige, therapeutische Beratungseinrichtung für psychologische Einzel-, Paar- und Sexualberatung. Sie wurde 1958 von Gebhard Graf von Stillfried – Rattonitz gegründet. Die Beratungsräume befinden sich seit 2009 in der Wichertstraße 33, Berlin- Prenzlauer Berg.
Durch die psychologische Lebensberatung will OTB helfen, Wege aus einer als Sackgasse empfundenen Lebenssituation zu finden: Die Berater und Beraterinnen hören aktiv und aufmerksam zu. Sie ermutigen und unterstützen bei der Suche nach neuen Sinn- und Lebensperspektiven. Die Beratung ist ressourcen- und lösungsorientiert. Die Lebensberatung in der OTB kann verantwortete Entscheidungen und wichtige lebensgeschichtliche und berufliche Weichenstellungen unterstützen und begleiten.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die geistliche Begleitung und die seelsorgerliche Beratung.
Die OFFENE TÜR BERLIN führt darüber hinaus Veranstaltungen durch, die dem kultivierten und angeregten Austausch und der Begegnung unterschiedlichster Menschen dienen möchten.
Die OTB ist dem christlichen Menschenbild verpflichtet. Deshalb beraten ihre Mitarbeiter Menschen auf der Basis von gegenseitigem Respekt, unabhängig von ihrem religiösen oder weltanschaulichen Hintergrund, auf Wunsch auch ganz anonym.
Die OTB ist auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln ganz leicht zu erreichen.
Für reguläre Einzel-, Paar- und Sexualberatungen - außerhalb der offenen Sprechstunde - vereinbaren Sie bitte direkt einen Gesprächstermin:
montags, mittwochs und donnerstags von 13.30 bis 17.00 Uhr und dienstags von 13.30 bis 20.00 Uhr.
„OFFENE TÜR BERLIN“
Tel.: 0 30 – 32 10 22 20
Wichertstraße 33
10439 Berlin
www.ot-berlin.de
Sie erreichen die OTB mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Falls Sie die S-Bahn (S41, S42, S8, S85, S9) nutzen, dann fahren Sie entweder bis zum S-Bhf. Prenzlauer Allee, von dort sind es nur wenige Gehminuten zur OTB.
Oder Sie nutzen die U-/S-Bahn bis S + U Bhf. Schönhauser Allee: Dort nehmen Sie bitte den Ausgang Greifenhagener-/Wichertstraße. Es sind ca. 10 Gehminuten zur OTB.
Mit folgenden Straßenbahnen kommen Sie ebenfalls zur OTB: Tram M2 bis Haltestelle S-Bhf Prenzlauer Allee und Tram M12 bis Humannplatz.



