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Vom Ausflugsziel zum Wohngebiet
Früher war der Pankower Süden schlicht eine von wichtigen Verbindungstraßen durchzogene Feldmark zwischen der Stadt Berlin und den beiden Dörfern Pankow und Heinersdorf. Mit der zunehmenden Vergrößerung Berlins wuchsen dann dort neben einigen bürgerlichen Wohnhäusern große Ausflugslokale, die für den Ansturm erlebnishungriger Großstädter gewappnet waren. Von historischer Bedeutung ist der Name der Gaststätte “Feldschlößchen“: Hier fand 1895 die erste Filmvorführung auf deutschem Boden durch die Brüder Skladanowsky statt.

Im Jahre 1920 wurde Pankow Groß-Berlin eingemeindet. Daraufhin begannen sich Investoren für die nun zentral gelegenen ehemaligen Peripheriegebiete zu interessieren. In den folgenden Jahren entstanden die denkmalgeschützten Wohnanlagen rund um die heutige Elsa-Brändström-Straße, das Kissingenviertel mit den Anlagen zwischen Granitz- und Kissingenstraße, den durch ihre Zeppelindächer prägnanten Häuser an der Prenzlauer Promenade und das Tiroler Viertel mit den Wohnanlagen Dolomitenstraße, Maximilianstraße, Brixener Straße und Brenner, sowie Zillertalstraße.

Daneben wurden zahlreiche Kleingärten für die Bewohner von Prenzlauer Berg auf den verbliebenen Freiflächen angelegt, die, obwohl gerne genutzt, Ende der 70er Jahre modernen Mehrgeschoss-Plattenbauten weichen mussten. Heute existierende Grünflächen sind - neben öffentlichen Spielplätzen - die Parkanlagen am Zeiler Weg und an der Wisbyer Straße/Ecke Baumbachstraße, sowie der Masurenplatz und der Andreas-Hofer-Platz mit seinem liebevoll „Brenner" genannten Hügelchen.

Für die spirituelle Erbauung sind zwei bedeutende Kirchen hervorzuheben:
Die St. Georgskirche in der Kissingen Straße wurde 1911 eingeweiht, und nach der Behebung schwerer Kriegsschäden 1948 wieder eröffnet. Die von dem Architekten Hugo Schneider im neugotischen Stil errichtete Kirche steht als Bauwerk in der Berliner Denkmalliste.

Die äußerlich stark an die Potsdamer Garnisonkirche angelehnte, 1913 nach einem Entwurf des Architekten Walter Koeppen errichtete Hoffnungskirche an der Elsa-Brandström-Straße gilt als eines der bedeutendsten sakralen Bauwerke des späten Jugendstils in Berlin, und beeindruckt sowohl durch die dezente Schlichtheit ihrer Außen-, wie auch durch die farbliche Gestaltung ihrer Innenräume.