Zecken sind Krankheitsüberträger und werden entweder als 2-3 mm große dunkle Tierchen (männliche Zecken) oder als ca. 1 cm große blasige Gebilde in der Haut oder im Fell des Hundes bemerkt, können aber auch abfallen und sich dann auf dem Fußboden der Wohnung befinden. Die wichtigsten sind der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus), die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) und die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus). Der Gemeine Holzbock ist in Europa am meisten verbreitet. Die Zecken warten auf Gräsern und Büschen in Höhen von 30 - 100 cm auf Hund, Katze oder Mensch. Übertragen werden vor allem die Borreliose und die FSME.
Die Auwaldzecke kommt vor allem in Gewässernähe vor. Sie tritt in letzter Zeit häufiger als früher in unseren Breiten auf. Die Rückenoberfläche ist schwarz und braun marmoriert. Durch sie kann die Babesiose übertragen werden.
Die Braune Hundezecke lebt vor allem im Mittelmeerraum, kann aber auch bei uns im Sommer bzw. in beheizten Räumen auch ganzjährig überleben. Sie kann Babesiose, Ehrlichiose und Hepatozoonose übertragen.
Die von Zecken übertragenen Krankheiten sind relativ gefährlich:
Die Babesiose tritt bei Hunden auch in Deutschland auf. Durch den Befall der roten Blutkörperchen entwickeln sich Blutarmut, Fieber, Mattigkeit, Appetitlosigkeit und häufig auch Gelbsucht. Auch Bewegungsstörungen, Sehstörungen und Krämpfe können die Folge sein. Ein auffällig dunkler Urin kann typisch sein.
Die Hepatozoonose kann aus dem Mittelmeerraum nach Deutschland eingeschleppt werden. Fieber, Blutarmut, Apathie, blutiger Durchfall, steifer Gang und weitere Symptome können auftreten.
Auch die Ehrlichiose (Anaplasmose) kann aus dem Mittelmeerraum nach Deutschland eingeschleppt werden. Nach der Infektion ist der Hund (selten erkranken auch Katzen) zunächst matt und hat keinen Appetit. Manchmal tritt Nasenbluten auf, später vor allem Blutungen auf Schleimhäuten und Haut, teilweise auch in Harnwegen, Lunge oder Atemwegen auf. Fieber und Lymphknotenschwellungen sowie fortschreitende Abmagerung kommen hinzu.
Die FSME (Frühsommer-Meningoencephalitis) kann nach Übertragung durch den Holzbock beim Hund vereinzelt schwere Störungen des Gehirns verursachen, wird aber sehr selten festgestellt.
Die Erreger der Borreliose werden durch den Holzbock übertragen. Symptome können vor allem wechselhaft auftretende Lahmheiten einer oder mehrerer Gliedmaßen bis hin zu Lähmungen, aber auch Fieber, Erbrechen, Durchfall und Haarausfall sein. Eine Impfung gegen die Borreliose ist beim Hund möglich.
Hautentzündungen und allergische Reaktionen sind möglich. Der Schutz vor Zecken ist die entscheidende Maßnahme zur Verhinderung dieser Krankheiten. Am Tier vorhandene Zecken sollten möglichst bald mit einer Zeckenzange (dicht über der Hautoberfläche angesetzt) herausgezogen werden. Auftragen von Öl oder dergleichen ist falsch. Da kaum alle Zecken gefunden werden können, ist die vorbeugende Behandlung mit Zecken abwehrenden und Zecken abtötenden Mitteln nötig. Diese sind als „spot on" (Aufgießen) - Mittel oder als Halsbänder erhältlich. Qualität und Wirkungsweise sind sehr unterschiedlich, so dass in jedem Fall eine Beratung in einer Tierarztpraxis zu empfehlen ist.
Jedes Mittel kann bei den einzelnen Tieren unterschiedlich gut wirksam sein. Manche Hunde oder Katzen vertragen bestimmte Mittel nicht und reagieren meist mit örtlichen Hautentzündungen. Dies trifft vor allem auf viele im Handel vertriebene Mittel zu.
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