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Auf gesundem Fuß leben
Füße leisten täglich Schwerarbeit, sind jedoch oft unterbeschäftigt: 10.000 Schritte pro Tag empfiehlt die WHO, das entspricht einem halbstündigen Spaziergang. Aber nur fünf- bis siebentausend werden von den meisten gemacht. Obwohl fast alle Menschen mit gesunden Füßen zur Welt kommen, haben zwei von fünf Erwachsenen fußspezifische Probleme.

 

Neben unzureichender Bewegung und Übergewicht ist falsches Schuhwerk dafür die Hauptursache.

Jeder Fuß besteht aus 28 Knochen, 114 Bändern und 20 Muskeln, die optimal synchronisiert werden wollen. Am besten dafür eignet sich Barfußlaufen. Jeder Schritt ohne Beiwerk sorgt für eine optimale Fußdurchblutung. Leider ist dies in unseren Breiten und zivilisatorischen Gepflogenheiten nur selten möglich.

Wenn man schon Schuhe tragen muss, will man natürlich schick auftreten. Und wenn es um den Kauf von Schuhen geht, hinkt die Gleichberechtigung noch ein wenig: Durchschnittlich sechs Paar Schuhe erstehen Frauen pro Jahr, Männer hingegen nur zwei. Wer sich bei einem Schuheinkauf vergreift, merkt das meist nicht gleich, leidet dafür aber noch lange.

Was also sollte man beim Schuhkauf beachten?

 Der Nase nach: Ein einfacher Riechtest kann vor krebserregenden Schadstoffen schützen. Der typische Ledergeruch ist meist unbedenklich. Bei einem scharfen Gummigeruch schauen, ob der Schuh das Siegel „Schadstoffgeprüft" des TÜV trägt, ansonsten lieber stehenlassen.

 Abends kaufen: Da der Fuß sich im Laufe des Tages ausdehnt, ist der Kauf am Abend zur Vermeidung zu kleiner/enger Schuhe empfehlenswert.

 Eine Daumenbreit vor den Zehen (die sogenannte Zugabe) ist zu empfehlen, damit der Fuß genügend Spiel beim Abrollen hat.

 Atmungsaktiv: Natürliche Materialien oder Membranen wie GORE-TEX® lassen die Haut besser atmen, und beugen Schweißfüßen vor.

 Ein Fußbett wirkt entlastend und dämpfend, sollte aber genügend Spielraum für eine natürliche Abrollbewegung beim Gehen bieten.

 Flache Schuhe lassen den Fuß besser abrollen, und verbessern durch die Funktion der Wadenmuskelpumpe die Durchblutung.

 Weite Schuhe durch schmalere, aber niemals durch kürzere ersetzen. Alte Schusterregel: „Lieber länger und enger!" - Letzteres über dem Ballen! Zu weite Schuhe brechen eher und gehen schneller kaputt.

Zu beachten ist, dass die angegebene Schuhgröße oft variieren kann. Dies gilt vor allem für die Umrechnung aus amerikanischen oder englischen Größen. Leider gibt es nur noch sehr selten halbe Größen im Handel, und kaum noch zusätzliche Weitenangaben (wie E, F, F ½ für engere, und vom Buchstaben H an aufwärts für weitere Schuhe).

Sportschuhe zum Laufen werden oft mit einer eingearbeiteten Pronationsstütze angeboten. Als Pronation bezeichnet man die natürliche Einwärtskantung des Fußes zur Trittdämpfung. Überpronation ist an einer stärkeren Sohlenabnutzung innen, Unterpronation (=Supination als Auswärtskantung) an einer stärkeren Abnutzung außen erkennbar.

Achtung: Kinderfüße sind relativ schmerzunempfindlich, deswegen können Kinder keine sichere Auskunft geben, ob Schuhe passen!

Hohe Schuhe sind ab und zu sehr schick, wenn man geübt darin laufen kann. Ständiges Laufen in hohen Schuhen aber erhöht das Risiko für Venen- und Gelenkserkrankungen, und sorgt meist für Deformierungen des Fußes (Hallux valgus = Schief- oder Ballenzehe) und für eine Verkürzung der Achillessehne.

Da die Operation einer Schiefzehe entgegen vieler Werbeversprechen immer noch sehr kompliziert ist und einer langwierigen Ausheilung bedarf, sollte man vorbeugend lieber überwiegend fußschonende flachere Schuhe tragen. Wer schon Symptome einer Schiefzehe hat, sollte mit einer Operation nicht warten, bis die Schmerzen unerträglich sind, und sich rechtzeitig bei serösen Anbietern über Operationsmethoden, Kosten und Erfolgschancen erkundigen. Sonst ist meist nach 2 bis 3 Jahren schon eine Nachoperation notwendig.

Als generelle Faustregel für den Schuhkauf gilt: Billiger wird in der Regel teurer. Also lieber zu reduzierten Markenschuhen greifen, als zu Billigschuhen. Bei knapper Kasse sollte man antizyklisch kaufen, also die Winterschuhe heruntergesetzt zum Winterende, und die Sommerschuhe zum Sommerende.

 

Plattfuß

 Fußfläche ruht großflächig auf dem Boden

 Relativ flacher Fußrücken

 Der Mittelfußbereich ist breiter als beim Knick-Senkfuß

 

Knick-Senkfuß

 Inneres Längsgewölbe ist abgesenkt.

 Valgusstellung (X-Stellung) der Ferse

 Fußaußenrand steht erhöht

 Abgeflachter Fußrücken

 Verbreiteter Mittelfußbereich

 

Hohlfuß

 Gegenteil vom Knick-Senkfuß

 Erhöhtes inneres und äußeres Längsgewölbe

 Höherer Fußspann

 

Spreizfuß

 Verbreiteter Vorfuß

 Oft in Kombination mit einem Knick-Senkfuß

 Häufig kombiniert mit Hallux valgus (Schiefzehe)

 

Sichelfuß

 Vorfuß dreht mit beiden/mit einer Fußspitze nach innen

 Die Großzehe zeigt in der Regel nach innen