Zwei parallele Räder, eine Stufe, eine Stange – immer häufiger sind auch in Berlins Straßenbild rollende Kolonnen auf sogenannten Segways anzutreffen. Meist handelt es sich um vergnügte Touristen auf Stadtführungen, seltener um Ordnungshüter im Einsatz. Wer zum ersten Mal so ein Ding besteigt, glaubt umzukippen. Doch Dreh- und Kreiselsensoren, die etwa 100 mal pro Sekunde Körperschwerpunkt und Untergrund abchecken, sorgen für Stabilisierung. Lehnt man sich leicht nach vorne, nimmt man Fahrt auf, ohne das Gleichgewicht zu verlieren. Könner schaffen das auch rückwärts. Mit der T-förmigen Lenkstange steuert man. Der Einzelantrieb der Räder ermöglicht Kurvenfahrten wie bei einem Kettenfahrzeug. Nach fünf bis zehn Minuten Eingewöhnung hat der Körper das Prinzip begriffen.
Erfunden wurde der Segway von dem Elektrorollstuhlbastler Dean Kamen. 2001 wurden die ersten Elektroroller in den USA produziert. Seitdem wurden die Einzelgefährte verbessert, und fanden rasch weltweit Einsatz als Nischenfahrzeuge. Die heutigen Modelle sind etwa 20 Stundenkilometer schnell und haben eine Reichweite von knapp 40 Kilometern. Leider kosten sie noch um die 6.000 Euro.
Die meisten europäischen Länder erlauben oder dulden den Einsatz von Segways. Auch bei uns sind die Segways als sogenannte elektronische Mobilitätshilfen im Verkehr aller Bundesländer per Einzelbetriebserlaubnis zugelassen. Fahren dürfen sie überall, wo auch Fahrräder erlaubt sind, also auf Fahrradwegen oder ersatzweise auf der Straße. Voraussetzung ist ein Mofa-Führerschein und ein Versicherungskennzeichen.
Wer es einmal ausprobieren möchte, kann sich z.B. hier informieren:
www.segway-kult-tour.de
www.yoove.com
www.segwaypoint-berlin.de



