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Sporttherapie bei unspezifischem chronischem Rückenschmerz
Um den Körper wieder in Bewegung zu bringen, ist Sporttherapie vor allem für Menschen mit unspezifischen chronischen Rückenschmerzen eine der wichtigsten Aufgaben.

Durch die Gewöhnung an langanhaltende Schmerz­zustände in Bewegung und z.T. auch in Ruhe verändern sich das Körperbewusstsein von Menschen. Der Bezug zur aktiven Bewegung geht langsam verloren, gewohnte Bewegungsmuster im Alltag verändern sich, sogenannte „Schonmuster" werden Bestandteil des Alltags bis hin zur völligen sportlichen Enthaltsamkeit. Es entsteht ein Teufelskreis aus Angst vor Bewegungen, Schmerzen, Schonmustern und Inaktivität. Genau an diesem Punkt holen wir unsere Patienten ab.

Diese Patienten werden wieder behutsam an sportliche Aktivitäten herangeführt. Ganz entscheidend dabei ist es, die Körperwahrnehmung und Körperkontrolle zu entwickeln, so dass die Trainierenden rechtzeitig lernen, ihre Körpersignale richtig zu deuten und unter fachlicher Anleitung die „richtigen" Reize zu setzen.

Zu einem behutsamen Neubeginn gehört eine Erwärmung, je nach Beschwerdebild muss das entsprechende Gerät (Ergometer, Crosstrainer, Handergometer, Laufband etc.) gewählt werden.

Danach scheint es sinnvoll, alle verkürzten und verspannten Muskeln in unserem Bewegungsapparat zu dehnen, denn durch die eingangs erwähnten Schonmuster und Schmerzen sind oftmals eine Vielzahl vom Muskeln betroffen. Nachdem nun der Körper erwärmt und durch Dehnung geschmeidig gemacht wurde, müssen die neuen Bewegungsmuster eingeübt werden: Allgemein nennt man das Koordinationsübungen. Diese Koordinationsübungen beginnen leicht und steigern sich im Verlaufe der Trainingswochen proportional zur verbesserten Körperwahrnehmung und -steuerung. Als Koordinationsübungen eigenen sich kleine Bodenübungen, komplexe Bewegungsmuster, aber auch Übungen an Geräten (z.B. Seilzügen) mit geringen Gewichten. Im Anschluss daran werden gezielt Muskelgruppen, die abgeschwächt sind, auf Kraft trainiert.

Bei diesem Krafttraining ist es wichtig, dass alles vorher Gelernte angewendet wird, d.h. nicht in den Schmerz trainieren, die neuen Körperhaltungen bewusst umsetzen und kontrollieren, um rechtzeitig ggf. eine Übung zu beenden, bevor ein Haltungsverfall einsetzt. Eine gelungene Sporttherapie sollte immer mit dem Abwärmen ausklingen, um nach der Anstrengung den Körper wieder zu entspannen, die Durchblutung zu fördern und somit die Regenerationsprozesse positiv zu beeinflussen.

Peter Goepel, Dipl. Sportlehrer