Dorf mit Vergangenheit
Am alten Bernauer Heerweg entstand um 1230, vermutlich im Zuge der Besiedelung des Barnim, das Dorf Blankenfelde. Seit dem Spätmittelalter führte ein Zweig der Fernhandelsverbindung von Berlin nach Prenzlau durch das Dorf, 1375 wird es erstmals urkundlich mit 54 Hufen erwähnt. Neben diesen Großbauern gab es noch zahlreiche Kossäten oder Kötter – Dorfbewohner, die nur eine Kate mit kleinem Grundbesitz, meist am Dorfrand, besaßen, und Hand- und Spanndienste leisten mussten. Als die rasante Bebauung Berlins nach den Plänen von James Hobrecht begann, wurde 1882 Land in Blankenfelde von der Stadt aufgekauft, um die Felder zwischen Buchholz und Buch als Rieselfelder zu nutzen, auf die mittels eines Druckrohrsystems die Abwässer zur großflächigen Verrieselung gepumpt wurden. Diese Flächen wurden landwirtschaftlich genutzt, da die Abwässer organische Schwebstoffe enthielten, die als Düngemittel für Gemüse und Gras dienten. Die Berieselung erfolgte in kulturtypischen Rhythmen, also für Grünland 4 - 8-mal jährlich, für Wintergetreide einmal im Jahr. Die Wege wurden mit Obstbäumen bepflanzt, es gab Teiche zur Fischzucht, und zum Beispiel im benachbarten Hobrechtsfelde weitere Betriebe wie Schlächterei, Sägewerk und eine Feldbahn. 1920 entstand der Pankower Ortsteil Blankenfelde. Er ist noch heute der dünnstbesiedelte, und ein rundum von Feldern umgebener Ortsteil Berlins. Die Rieselfelder wurden ab 1985 stillgelegt, und stattdessen im Umland Klärwerke gebaut.



