Nach dem Umbau des Herrenhauses und der alten Brennerei des ehemaligen Gutshauses wurde dieses von 1890 bis 1908 als Lungenheilstätte mit einer Liegehalle im „Kurpark“ genutzt. Als es während der Inflation in den „Zwanziger Jahren“ zur sozialen Schieflage mit erheblichen gesundheitlichen Problemen der Berliner Bevölkerung kam, wurde die ehemalige Heimstätte in Blankenfelde in ein Leichtkrankenhaus umgewandelt. Die Vierziger Jahre markieren das düsterste Kapitel Blankenfelder Geschichte: Kurz nach Kriegsbeginn wurde ein Durchgangslager für nicht arbeitsfähige, meist jugendliche Zwangsarbeiter auf einem Pachtfeld des Gutes eingerichtet, das zu einem Sterbelager verkam.
Daneben entstand eine „Frauenbaracke", in der (vermutlich vom Wachpersonal) Schwangere aus den KZ‘s Sachsenhausen und Ravensbrück ohne ärztlichen Beistand und unter primitivsten Verhältnissen ihre Kinder gebären mussten. Die Kinder wurden den Müttern unter dem Vorwand einer Erkrankung abgenommen, und dann als verstorben gemeldet. Die meisten dieser Kinder wurden in gesonderte Heime in den „besetzten Ostgebieten" verbracht, einige wenige wurden vorübergehend kinderlosen deutschen Familien zugeteilt, bevor sie in Brandenburg gesammelt und ebenfalls verschleppt wurden.
Zu DDR-Zeiten entstand auf dem Gelände der heutigen Revierförsterei ein Aufnahmelager für Flüchtlinge von West nach Ost, das auch nach dem Mauerbau noch bis 1972 bestand. Meist waren dies Überläufer.



