Endlich Sommer! Nach den langen Wintermonaten genießen wir die wärmenden Sonnenstrahlen ganz besonders. Aber Vorsicht – ungeschützte Sonneneinstrahlung kann, insbesondere bei hellhäutigen Menschen, an der Hautzelle Veränderungen verursachen, die zur Entwicklung bösartiger Tumore führen. „Wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass eine Erkrankung auftritt, hängt vom Hauttyp und von der im Laufe des Lebens „gesammelten“ Sonnenbestrahlung ab. Besonders dem Licht ausgesetzte Körperpartien wie Gesicht und Kopfhaut sind häufig betroffen“, erklärt Dr. med. Kerstin Lommel, Oberärztin im Fachbereich Dermatologie im HELIOS Klinikum Berlin-Buch. Ein sehr hellhäutiger Mensch hat wenig eigenen Zellschutz. Für diesen Hauttyp besteht die Gefahr einen Sonnenbrand zu bekommen. Auch von den gefährlichen Zellschädigungen durch die Sonne ist er besonders oft betroffen.
Die durch Sonnenschäden entstehende Tumorform wird „weißer Hautkrebs" genannt - in Abgrenzung zum seltener auftretenden schwarzen Hautkrebs, der wie ein dunkler Pigmentfleck aussieht. „Um bösartige Hautveränderungen frühzeitig zu erkennen, empfehlen wir ein regelmäßiges Hautkrebsscreening", rät Dr. Lommel. Prinzipiell sollten alle Hautveränderungen, die nicht abheilen oder sich von der Umgebung der gesunden Haut unterscheiden, dem Hautarzt vorgestellt werden.
„Wird er früh erkannt, lässt sich der weiße Hautkrebs gut therapieren", sagt Dr. Lommel. „Er entsteht häufig aus sogenannten „Lichtschwielen" (aktinische Keratosen), das sind Vorläuferstufen des weißen Hautkrebses, die zu diesem Zeitpunkt noch keine Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden können."
Behandelte man vor einigen Jahren den weißen Hautkrebs in erster Linie durch Operationen, stehen heute wesentlich schonendere Behandlungsmethoden zur Verfügung wie beispielsweise die sogenannte „Photodynamische Therapie".
Bei diesem Verfahren, das die Poliklinik am HELIOS Klinikum Berlin-Buch anbietet, wird unter einem lichtdichten Verband eine Creme aufgetragen, die eine körpereigene Substanz enthält, durch die die kranken Zellen später unter blauem Licht sichtbar werden. „Da nur die kranken Zellen mit der Creme reagieren, kann man diese gut erkennen und so auch noch nicht sichtbare Vorstufen entdecken", sagt Dr. Lommel. Nach vier Stunden Einwirkzeit erscheinen die kranken Zellen rosa und können gezielt mit Licht behandelt werden. Es erfolgen klinische Kontrolluntersuchungen und die Therapie kann bei Bedarf wiederholt werden. „Sprechen Sie am besten mit Ihrem behandelnden Arzt, ob dieses Verfahren in Ihrem Fall sinnvoll ist", rät Dr. Lommel.
Tipps zum Schutz vor Sonnenbrand:
Starten Sie langsam
Gewöhnen Sie Ihre Haut langsam an die Sonne und bräunen Sie moderat. Dabei hilft Ihnen ein hoher Lichtschutzfaktor.
Lichtschutzfaktor
Wählen Sie einen zu Ihrem Hauttyp passenden Lichtschutzfaktor. Dabei gilt: Je heller die Haut, desto höher der Lichtschutzfaktor. Zusätzlich sollten Sie auch textilen Sonnenschutz bedenken.
Reichlich eincremen
Sparen Sie nicht am Sonnenschutzmittel und stellen Sie sicher, dass alle Hautpartien geschützt sind.
Mittagshitze meiden
Verbringen Sie die Zeit zwischen 11 und 15 Uhr im Schatten, da die Sonne jetzt besonders intensiv strahlt.
Schatten
Auch im Schatten erreichen uns UV-Strahlen. Verwenden Sie auch hier Sonnenschutzcreme.
Poliklinik am HELIOS Klinikum
Berlin-Buch
Fachbereich Dermatologie
Dr. med. Kerstin Lommel
Schwanebecker Chaussee 50
13125 Berlin



