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EHEC – Hygiene und Hitze beugen vor
Lebensbedrohliche Infektionen mit dem Bakterium EHEC geben Wissenschaftlern Rätsel auf. EHEC steht für Enterohämorrhagische Eschericia Coli.

„Eschericia Coli" ist ein harmloser Darmbewohner bei Tieren und Menschen. Aber auch Bakterien können von Viren (Bakteriophagen) infiziert werden, die Gene von gefährlichen Bakterien, die normalerweise nicht im Darm leben, in die Darmbakterien einschleusen. Das Immunsys­tem erkennt in den veränderten Bakterien weiterhin „normale" Darmbakterien. Dadurch können sie sich im Darm ansiedeln, und produzieren dort gefährliche Giftstoffe (Toxine).

EHEC ist also ein „bösartig" infiziertes Darmbakterium, welches vor allem das sogenannte „Shiga-Toxin" produziert. Dieser Giftstoff zerstört die roten Blutkörperchen (Hämolyse), und beschädigt die Nieren, die dadurch nicht mehr funktionieren. Die Abfallprodukte des Stoffwechsels, die wir sonst mit dem Urin ausscheiden, bleiben im Körper, der sich rasch selbst „vergiftet": Diese „Urämie" nennt man HUS (=Hämolytisch-urämisches Syndrom). Nierenversagen und Kreislaufschock führen zum Tod oder hinterlassen bleibende Schäden.

Rätselhaft ist die hohe Zahl der Infektionen bei Erwachsenen, die meist schon Kontakt zu bakteriellen Giften hatten, dadurch fängt ihr Immunsystem normalerweise Shiga-Toxine ab. EHEC- Infektionen wurden daher bisher fast immer bei Kindern festgestellt. Dieser Bakterienstamm aber ist multiresistent, Antibiotikagaben führten bisher zu erhöhter Toxinabgabe.

Es gibt Spekulationen, der Keim könne durch Rohmilch, biologisch gedüngtes Obst oder Gemüse oder rohes Fleisch übertragen werden. Daher ist folgendes angeraten:
 Verzicht auf Rohmilchprodukte und rohes Fleisch
 Obst oder Gemüse gründlich unter fließendem Wasser waschen. Ganz sicher: Nach 10 Minuten Erhitzen bei 70°C (im Inneren!) sind die Bakterien abgetötet.
 Küchenhygiene: Lebensmittel im Kühlschrank lagern so dass sie sich nicht berühren. Auf separaten Schneidebrettern mit verschiedenen Messern schneiden. Zwischen Zubereitungsgängen gründlich Hände waschen. Küchengriffe/Oberflächen (Spülbecken!) regelmäßig mit heißem Wasser und Spülmittel abwischen. Lappen und Schwämme bei mindestens 70°C waschen.
 Je feuchter und wärmer, desto wohler fühlt sich EHEC - am besten bei Körpertemperaturen (35 -40°C), dann teilen sich die Bakterien alle 20 Minuten.
 Nach jedem Toilettengang Händewaschen mit Seife und warmem Wasser. Die Ansteckung erfolgt durch Schmier­infektion, Vorsicht also auch beim Wickeln von Kindern, besonders in öffentlichen Räumen. - Wer Durchfall bekommt, muss unbedingt die Toilette desinfizieren, um andere nicht zu gefährden.
 Vorsicht auch beim Kontakt mit Tieren, z.B. im Streichelzoo. Kinder sollten nicht mit Tierkot in Berührung kommen. Gründlich die Hände waschen!

Krankheitssymptome sind wässriger oder blutiger Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen. Betroffene sollten so schnell wie möglich zum Arzt gehen. Die Infektion ist hoch ansteckend und meldepflichtig.

Infos: www.bfr.bund.de