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Vorsicht bei Altgoldverkäufen
In schlechten Zeiten erinnert man sich gern an Omas Goldkettchen oder Ringe, vor allem wenn der Goldkurs gut steht und sofort „Bares bei Höchstpreisen“ versprochen wird.

Ungefähr 1.000 Euro pro Feinunze Gold (entspricht ca. 31,10 Gramm) weist der Börsenkurs derzeit aus, das entspräche einem Grammpreis von etwas über 30 Euro. Doch leider ist der amtliche Börsenkurs für Händler nicht verbindlich. So gibt es etliche schwarze Schafe, die entweder erheblich unter Wert zahlen, oder sogar versuchen, die Ware umsonst zu bekommen.

Da wird massiv um „Omas Schätzchen" geworben, wie zum Beispiel mit: „Einfach portofrei einschicken - sofort Bargeld zum Höchstpreis zurück!" Vor so viel Leichtgläubigkeit kann man nur warnen. Verbraucherzentralen liegen massive Beschwerden von „Kunden" solcher Unternehmen vor, die häufig weder irgendeinen Geldbetrag, noch die eingereichten Wertgüter zurückbekamen, zum Teil mit der Begründung, die Ware sei bereits eingeschmolzen. Dann hilft meist nur noch eine Anzeige bei der Polizei, und die Einschaltung eines Rechtsanwaltes.

Auch zum Schätzen sollte man Goldgegenstände nicht ohne Quittung aus der Hand geben. Ohnehin tun sich viele damit schwer, den echten Goldgehalt zu messen. Bei Zahngold variiert der Goldgehalt sehr stark, Stempelangaben können natürlich auch gefälscht sein.

Den Goldgehalt misst man traditionell in Karat. 24 Karat entsprechen absolut reinem Gold. Pures Gold ist aber für eine Verarbeitung zu weich. So enthalten Schmuckstücke unterschiedlich hohe Anteile, die in Anteil/Tausend Gewichtsanteilen von purem Gold gemessen werden. 750er besteht also zu drei Vierteln (18 Karat), 585er zu knapp zwei Dritteln (14 Karat) und 333er einem Drittel (8 Karat, entsprechend 375er 9 Karat). Zur Prüfung bedient man sich meist eines Säure- oder Abriebtestes. Absolut richtig kann man den Goldgehalt jedoch nur in Scheideanstalten mit einem präzisen Röntgenspektrometer messen.

Mit einer ordentlichen Küchenwaage aber lässt sich der Wert eines Schmuckstückes auch zu Hause annähernd errechnen. Eine 20 Gramm schwere Halskette 585er Goldes beispielsweise so: 20 x 0,585 x Kurswert z.B. 30 Euro entspräche einem Wert von 351 Euro. Diesen „Idealwert" wird aber kein Händler zahlen, weil er für seine Kalkulation die Einschmelzkosten noch abziehen muss.

Herumfragen mit solch einem Richtwert im Hinterkopf kann sich dennoch lohnen.