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Herzerkrankungen bei Hund und Katze
Zur warmen Jahreszeit rücken die Herzkrankheiten und ihre Folgeerscheinungen wieder mehr in den Fokus der tierärztlichen Tätigkeit. Vor allem bei schwüler Hitze haben Hund und Katze deutlich mehr Schwierigkeiten, ihre bereits bestehenden Herzkrankheiten zu kompensieren und entwickeln Symptome, die ihre Besitzer veranlassen, das Tier in der Tierarztpraxis vorzustellen.

Erste Erkennungsmerkmale eines Herzproblems können neben allgemeinem Leistungsabfall, vermehrtem Husten am Morgen oder bei Aufregung auch ein nächtlicher Wechsel des Schlaflagers, eine schnellere Atmung in Ruhe oder Appetitlosigkeit sein.

Atemnot, eine blaue Zunge oder blau verfärbte Schleimhäute, Bauchwassersucht, in seltenen Fällen plötzliche Ohnmachtsanfälle oder gar in Ausnahmefällen Sekundentod sind Anzeichen einer schon länger bestehenden Erkrankung. Diese Krankheitsanzeichen, die als Vorboten für Herzkrankheiten dienen, treten früher und spezifischer bei Hunden als bei Katzen auf.

Katzen werden meist erst in fortgeschrittenem Stadium der Erkrankung vorgestellt, da sie ihr Herzproblem lange Zeit kompensieren können, und Symptome häufig erst im Endstadium der Erkrankung deutlich werden.

Bei Herzerkrankungen gilt ganz besonders der Grundsatz, dass Früherkennung und frühzeitiges Eingreifen einen noch größeren Schaden verhindern kann.

Da es bei Hunden und Katzen ausgeprägte Rasseprädispositionen für die verschiedenen Herzkrankheiten gibt, sollte man als Besitzer einer betroffenen Rasse in Rücksprache mit seinem Tierarzt regelmäßig Kontrolluntersuchungen wahrnehmen.

Das gilt für alle Hunde, ganz besonders aber für den Cavalier King Charles Spaniel, Dackel, Dobermann und Boxer. Bei Katzen weisen besonders Maine Coon, Perser, Britisch Kurzhaar, Amerikanisch Kurzhaar, Rex und Ragdoll Rasseprädispositionen auf.

Man unterscheidet zwischen angeborenen und erworbenen Herzkrankheiten. Kleinere Hunderassen leiden häufiger unter Mitralklappeninsuffizienz, die größeren Hunderassen haben häufiger mit einer Verdickung oder Erweiterung des Herzmuskels zu tun.

Häufigste Herzerkrankung der Katze ist die Hypertrophe Kardiomyopathie, die durch eine Verdickung des Herzmuskels gekennzeichnet ist. Es kommt jedoch nicht nur primär (genetisch bedingt) zu Herzkrankheiten bei der Katze, sondern auch sekundär als Folgeerscheinung von Krankheiten, die mit einem hohen Blutdruck einhergehen, wie der Schilddrüsenüberfunktion und der Niereninsuffizienz, beides Erkrankungen, die auch bei der Europäischen Hauskatze im Alter sehr häufig sind.

Bei Tieren mit Herznebengeräusch, die aber noch keine Symptome einer Herzkrankheit zeigen, ist eine medikamentelle Therapie zumeist nicht sofort nötig. Es sollten jedoch engmaschig Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden, um den Zeitpunkt, an dem eine Therapie nötig wird, möglichst genau bestimmen zu können. Zusätzlich kann man mit einer entsprechenden Futterumstellung das Geschehen positiv beeinflussen.

Eine fundierte und problemorientierte Diagnostik ermöglicht hier optimale Versorgung. Herzuntersuchungen sollten grundsätzlich aus einer ausführlichen Auskultation, zumeist ergänzt durch Röntgenaufnahmen des Brustkorbes in zwei Ebenen bestehen. Weiterführende Untersuchungen sind Blutdruckmessung, EKG und Echokardiographie mit Farbdoppler, sowie spezifische Laboruntersuchungen.

Dr. med. vet. Hildegard Rexroth, Tierarztpraxis Dr. Wienrich, Schwanebeck - West


Telefon: (030) 9415638
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