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E-Bikes – gesünder als man denkt
Absoluter Renner bei Drahteseln mit Elektroantrieb sind „Pedelecs“ (Pedal Electric Cycle), also Fahrräder, bei denen die elektrische Motorunterstützung nur beim Pedalantrieb aktiv ist. Nach jüngsten sportmedizinischen Studien sind diese besser als ihr Ruf.

Wegen des Hilfsmotors sinkt nämlich die Hemmschwelle, sich überhaupt zu bewegen, und damit die Befürchtung, sich körperlich zu überfordern. Der Zusatzantrieb hilft, konditionelle Ungleichheiten auszugleichen, ohne Gelenke und Herz-Kreisauf-System überzustrapazieren. Daneben ermöglichen die E-Bikes auch unterschiedlich zusammengesetzten Gruppen gemeinsame Aktivitäten, ältere Menschen können damit leichter Kontakte aufrechterhalten und sich flexibler bewegen.

Sogar bei Pendlern mit einem Radius von 15 bis 20 Kilometern werden Pedelecs immer beliebter. Ihre Ökobilanz kann sich sehen lassen. Rechenbeispiel: Ein Kraftfahrzeug, das etwa 8 Liter Benzin auf 100 km verbraucht, benötigt etwa 100 kWh an Energie. Sogar ein Mofa frisst noch 1/3 dieses Aufwandes. Ein E-Bike hingegen verbraucht auf 100 km nur ca. 1 kWh, also nur 1 - 2 % der Energie eines Autos. Dementsprechend deutlich ist auch die Umweltbilanz: Nur ca. 2-3 % vom CO2-Output eines durchschnittlichen PKW erzeugt ein Pedelec, und kostet nur etwa 3 % der dafür anfallenden Benzinkosten. Über 500.000 E-Bikes sind derzeit bereits im Einsatz, davon sind etwa 90 % Pedelecs. Viele Modelle sind schon unter 1.000 Euro erhältlich, die Modellpalette reicht vom Klapprad über City- und Touringmodellen bis zu Lastenrädern und hochwertigen Mountainbikes. Dabei werden immer leistungsstärkere Batterien eingesetzt, die oft schon Reichweiten von über 100 Kilometern ermöglichen. Bei Billigangeboten ist Vorsicht geboten, da die Räder meist sehr schlicht konstruiert und für den Dauereinsatz nicht zu empfehlen sind. Daneben ist die Stärke und Ausdauer des Akkus ein Qualitätskriterium (mindestens zwei Jahre Garantie auf Batterie und Ladegerät!), weswegen gute Pedelecs immer noch um die 1.500 € kosten.

Wer ganz ohne Eigenbewegung mit Elektroantrieb fahren will, braucht ein sogenanntes schnelles E-Bike oder Elektroleichtmofa. Schnelle E-Bikes funktionieren wie ein Pedelec, aber die Motorunterstützung wird erst bei einer Geschwindigkeit von 45 km/h abgeschaltet, und die maximal erlaubte Nenn-Dauerleistung der Motoren liegt bei 500 Watt. Wird die Motorleistung von 500 Watt und eine Höchstgeschwindigkeit von maximal 20 km/h nicht überschritten, gelten diese Fahrzeuge als Kleinkraftrad (früher: Leicht-Mofa). Für sie ist eine Betriebserlaubnis beziehungsweise eine Einzelzulassung des Herstellers vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) notwendig. Das schnelle Elektrofahrrad braucht ein Versicherungskennzeichen (Kostenpunkt etwa 70 Euro pro Jahr). Eine Helmpflicht besteht nicht.

Fahrräder und Pedelecs müssen auf dem Radweg fahren, wenn er benutzbar ist und das Radwege-Schild dazu verpflichtet. In Einbahnstraßen, die in Gegenrichtung für Fahrräder freigegeben sind, dürfen auch Pedelecs in Gegenrichtung einfahren. Fahrradnutzern ist eine höhere Promillegrenze erlaubt, auch der Transport von Kindern in Anhängern ist ausschließlich für Fahrräder und somit auch für Pedelecs erlaubt.