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Fishing for Neukunden
Der deutsche Sparer gilt als konservativ und träge. Vor allem Ältere setzen noch immer auf das gute alte Sparbuch. Jüngere hingegen verschieben zunehmend Geld vom Girokonto auf Tagesgeldkonten. Die bieten oft doppelt so hohe Zinsen bei ebenfalls recht geringem Risiko.

Ein Tagesgeldkonto ist ein Zusatzkonto bei einer Direktbank, eine immer beliebtere Geldanlage, die Sicherheit und Rendite auf dem Niveau des Festgeldes bei annähernder Flexibilität eines Girokontos bietet. Das dort gelagerte Geld ist, wie der Name schon andeutet, sofort und also täglich in gesamtem Umfang verfügbar. Meist ist dieser Zugriff nur durch die Überweisung auf ein anderes Konto möglich, die ein bis drei Werktage dauert, einige Banken jedoch bieten gegen Kontoführungsgebühren sogar eine Maestro-Karte an, mit der man zwar nicht im Geschäft bezahlen, aber immerhin Bargeld aus dem Automaten ziehen kann.

Tagesgeldkonten werden von den Banken als attraktive Anlageform für Neukunden angeboten. Zur Zeit wird hier mit um die 4 Prozent Zinsen um Geldanleger gebuhlt. Neue Banken wollen schnell über Tagesgeldkonten Guthaben anhäufen, eingesessene Banken erhoffen sich die Verlegung des Girokontos oder Wertpapierdepots des Neukunden in ihr Institut. Daneben gibt es einen Haken an der Sache: Die Bank kann den Zinssatz jederzeit wieder senken. Geschieht dies nur in geringem Maße, springt erfahrungsgemäß auch nur ein Bruchteil der Sparer wieder ab.

Wer aber als Kunde die Angebote sorgfältig prüft - dafür lässt sich die Transparenz des Internets trefflich nutzen - kann von dem Werben der Banken durchaus profitieren: Tagesgeldrechner und Vergleichstabellen bieten Übersichten über die verschiedenen Angebote, Zinssätze, Kontoführungsgebühren und Sicherheiten. Auch die Zeitschrift „Finanztest" der Stiftung Warentest nimmt sich des Themas regelmäßig an (www.finanztest.de).

Vor der Kontoeröffnung ist wie immer das Kleingedruckte zu beachten, während das Konto läuft, sollte man gelegentlich die aktuellen Mitteilungen auf der Website der Bank lesen, um keine Zinssenkung zu verpassen. - Ein Tagesgeldkonto sollte übrigens nur bis 100.000 Euro pro Finanzinstitut belegt werden, weil die europäische Einlagensicherung nur bis zu diesem Betrag absichert, falls die Bank einmal pleite geht.