Computer enthalten empfindliche
Systeme, ihre Daten sind,
von der Naturkatastrophe über
technische Defekte bis hin zu
menschlichem Versagen, allerlei
Gefahren ausgesetzt. Im
schlimmsten Fall totaler physischer
Zerstörung von Daten
oder deren Speichermedien,
ist eine Wiederherstellung unmöglich. Erste Vorsichtsmaßnahme ist das Erstellen von BackUps zur Datensicherung, die komplett zurückgespielt werden können. Zudem sollte man seine Festplatte in mehrere Partitionen aufteilen, um Programme und Daten getrennt voneinander speichern zu können, somit sind eventuelle Fehler auch getrennt gespeichert. Ein gutes Virenprogramm empfiehlt sich, sowie eine gute Firewall, die zum Beispiel den unerwünschten Zugriff von Programmen auf das Internet verhindern kann.
Hat man Daten aus Versehen gelöscht, so wandern sie zunächst in den Papierkorb, aus dem sie einfach wiederhergestellt werden können. Wurden sie auch dort gelöscht, kommen BackUps zum Einsatz oder so genannte Rollbacks. Ein Rollback bedeutet das Zurücksetzen des Geräts auf einen früheren, intakten Zustand.
Ist der Papierkorb bereits geleert und ein Rollback nicht möglich, kann man mit Hilfe von speziellen Undelete- (auch Recovery-) Programmen versuchen, die Daten wiederherzustellen. Gratis im Internet gibt es unter anderen: ArchiCrypt Rescue-Master 2008 1.0.2 oder Active File Recovery for Windows 7.0. Voraussetzung hierfür ist ein unbeschädigter Datenträger, also eine intakte Festplatte.
Wie funktionieren Undelete Programme? Es sei denn, man handelt sehr schnell, lassen sich meist nicht alle Daten komplett wiederherstellen, weil der ursprünglich von den gelöschten Daten belegte Platz meist schon wieder „vergeben" und mit neuen Daten überschrieben worden sein kann. Denn gelöschte Daten verschwinden nicht vom Computer, sondern lediglich ihre Zuweisung wird nicht mehr durch das FAT (File Allocation Table) angezeigt, das System weiß sozusagen nicht mehr, wo die gewünschte Information liegt. Neben FAT gibt es neuere Dateiensysteme, wie NTFS (New Technology File System). Dieses kann größere Datenmengen ablegen und bietet einen speziellen Zugriffsschutz. Es hat außerdem den Vorteil, dass es Daten unfragmentiert abspeichert und daher auch nach mehreren Monaten Arbeitszeit die Geschwindigkeit noch relativ hoch bleibt.
Einzig bei Datenvernichtung mit „Shredder"- Programmen, die Daten sofort von der Festplatte löschen, können Undelete-Programme nichts mehr ausrichten.
Sind die Daten sehr wichtig, sollte man sich an spezialisierte Firmen wenden, die in staubfreien Labors Festplatten zerlegen und Daten rekonstruieren können. Weil der Vorgang derDatenrettung (Englisch: Data Recovery) sehr aufwändig ist, muss man bei mechanischen Schäden mit Kosten von mindestens 500 Euro rechnen.
Nach einem Datenverlust darf auf keinen Fall eine sonst sinnvolle Defragmentierung vorgenommen werden, da diese alle Daten auf der Festplatte neu ordnet und eine Wiederherstellung damit unmöglich macht. Zur Fehleranalyse sollte man von einem externen System aus arbeiten, dies empfiehlt sich besonders bei Virenbefall, da manche Viren sogar die Funktion von Analyseprogrammen verfälschen können.
Sind wichtige Teile des Betriebssystems defekt, wenn also die Festplatte nicht mehr bootet (startet), muss ein Notsystem zur Verfügung stehen, das über USB oder CD/DVD gestartet werden kann. Dann können Daten gerettet werden, zum Beispiel von einer intakten Partition eine unmittelbare Kopie per Datenträgerprogramm erstellt werden. Seit 2000 gibt es das Diagnose- und Statistikprogramm S.M.A.R.T. (Self-Monitoring, Analysis and Reporting Technology), das den Zustand der Festplatte abfragen kann. Wie man diese Funktion einschaltet, steht im Handbuch für Ihren PC.
Kommt es tatsächlich zum Verlust wichtiger Computerdaten, fragen Sie zu deren Rettung am besten einen Spezialisten.



