. . .
denn´s: Bio-Supermarkt
bild
Im August 2011 eröffnete der denn’s Biomarkt in der Hermann- ... [mehr]
Cloud-Dienste
bild
Praktisch und bequem sind Cloud-Dienste vor allem für private ... [mehr]
Verbessertes Versicherungswesen
bild
Verbraucherverbände warnen seit Jahrzehnten davor, dass Versiche... [mehr]
Eigenheim
bild
Das Thema Eigenheim spaltet Privatleute seit jeher in zwei Lager.... [mehr]
„Klein Hollywood“ im Nordosten Berlins
Noch heute künden Namen wie „Caligariplatz“ oder „Joe-May-Platz“ von der bewegten Filmgeschichte Weißensees. In den Kinderjahren des Films suchte das boomende Filmgeschäft ständig neue Orte für Atelier-Produktionen. Die damaligen Ateliers waren im Verhältnis zu den heutigen eher klein, und noch sehr stark auf den Einsatz von Tageslicht angewiesen, da die Lichttechnik noch nicht sehr weit fortgeschritten war.

Neben den Babelsberger Studios in Potsdam wurde das damals noch nicht zu Berlin gehörende Weißensee von 1913 bis zur Weltwirtschaftskrise 1929 ein wichtiger Produktionsstandort der Stummfilmproduktion. Obwohl dies etwas in Vergessenheit geraten ist, finden sich noch zahlreiche Zeugnisse dafür.

An der Fassade des Hauses Wohnhauses in der Berliner Allee 249 erinnert eine Gedenktafel daran, dass hier die Filmgeschichte Weißensees begann. Die ersten Filmproduktionen Berlins waren meist noch in Dachateliers gedreht worden. Als diese für die immer umfangreicheren Kulissen zu eng wurden, suchten die Filmgesellschaften günstige Grundstücke in den Vororten, um dort Ateliers zu errichten. Die „Deutsche Bioscop" ging nach Babelsberg, die „Deutsche Vitascope" errichtete erweiterte Filmateliers und ein Bürogebäude unter andrem in der heutigen Liebermannstraße (in der Liebermannstr. 24 - 28 noch heute zu sehen).

Im Herbst 1913 begann man dort zu drehen: „Der Hund von Baskerville" (1914) war der erste Weißenseer Kinoerfolg, nach dem ersten Weltkrieg debütierte Fritz Lang u.a. mit dem Abenteuerfilm „Die Spinnen"(1919) in Weißensee. Im Weißenseer „Lixie-Film-Atelier" entstand „Das Cabinet des Dr. Caligari" (1920), im Weißenseer „Stuart Webbs-Film-Atelier" entstanden die gleichnamigen Detektivfilme, und im benachbarten „Greenbaum-Atelier" entwickelte Harry Piel als Regisseur für den Produzenten Joe May die Detektivfilme der „Joe-Deebs-Serie". Marlene Dietrich spielte ihre erste Nebenrolle in „Tragödie der Liebe" (1922) neben Emil Jannings und Curt Goetz. Auch Georg Wilhelm Pabst und der über die oben angesprochenen Detektivserien berühmt gewordene Joe May drehten hier selbst, letzterer u.a. „Das indische Grabmal" (1922) nach einem Drehbuch von Fritz Lang. An den umtriebigen May erinnert der Joe-May-Platz an der Ecke Liebermannstraße/Parkstraße.

In dem neuen Groß-Berlin gab es in den 1920er Jahren etwa 400 Kinos. Sieben davon befanden sich allein am Weißenseer Antonplatz. Davon ist nur das etwas skurrile Lichtspieltheater „Toni" mit dem integrierten Wohnhaus geblieben, das von dem Regisseur Michael Verhoeven saniert wurde. - Das ehemals berühmte Stummfilmkino „Delphi" mit seinem legendären Vorhang aus Raupenseide am Caligariplatz konnte 900 Zuschauer aufnehmen. Nach wechselvoller Geschichte wurde das Gebäude 2005 zwangsversteigert, und soll als Veranstaltungssaal wiedereröffnet werden.