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Windmühlen, Bier und Ziegelöfen
Bis zum kalten Winter 1740/41 war das sanft ansteigende Plateau des eiszeitlich geprägten Barnim, der heutige Prenzlauer Berg, ein wichtiges Weinanbaugebiet. Noch Anfang des 19. Jahrhunderts befanden sich dort nur landwirtschaftliche Flächen und Windmühlen.

Etwa ab 1822 wurde den Bauern, die im Zuge der Stein- und Hardenbergschen Reformen von der Grundherrschaft befreit worden waren, ihr Gelände als eigener Grund überschrieben, wenn sie die Hälfte ihrer Flächen abgaben, oder das 18fache eines Jahresertrags (!). Im Hinblick auf zusammenhängende Flächen wurde separiert und neu verteilt, Hauptnutznießer waren die Familien Griebenow, Büttner und Bötzow, die nun über zwei Drittel der Flächen besaßen, und somit wesentlichen Einfluss auf die spätere Bebauung hatten. Die Bauern verlegten sich auf weiterverarbeitende Tätigkeiten, Prenzlauer Berg wurde wichtigster Mühlen- und Brauereistandort Berlins, da der Wind günstig war, die Brunnenwasserqualität hervorragend, und sich aufgrund der dicken Tonschichten im Boden gut unterirdische Kühlräume anlegen ließen. Im Umfeld entstanden etliche Ausflugsziele, wie z.B. der heutige „Prater“, mit Kegelbahnen und Karussellen.

Wegen der rasch anwachsenden Bevölkerung Berlins beschloss der Magistrat gewaltige Stadterweiterungsmaßnahmen. Lenné, Köbicke und Hobrecht waren maßgeblich für die Planung. Mangels Zugang mit Ziegelkähnen über Wasserwege wurde für Prenzlauer Berg eine eigene Ziegelei am heutigen Helmholtzplatz errichtet. Die mangelhaften hygienischen Verhältnisse erzwangen schnelle Lösungen, ab 1885 waren zumindest die großen Allen kanalisiert. 1887 verbot der Magistrat das Errichten von Kellerwohnungen, ab 1897 gab es erstmals Vorschriften für größere Innenhöfe. In der Dunckerstraße 77 gibt es noch eine Museumswohnung, die einen guten Eindruck von den Lebensumständen jener Zeit vermittelt,  www. mitundfuereinander.de (Rubrik Dauerausstellung). Der Central-Vieh- und Schlachthof, die XIII. Markthalle, der Wasserturm  und die IV. Gasanstalt wurden errichtet, und Bötzow- und Griebenowsche Schenkungen ermöglichten den Bau von Immanuel- und Gethsemanekirche.

Die Verkehrsanbindung mit Pferdeomnibuslinien galt als langsam und schlecht. Zwar gab es seit 1877 die Ringbahn, es fehlte aber eine zügige Verbindung zum Alexanderplatz. Die heutige Hochbahn in der Schönhauser Allee konnte wegen Anwohnerprotesten erst 1913 fertiggestellt werden.