Zahlreiche Straßennamen in Prenzlauer Berg dokumentieren noch heute den antifaschistischen Widerstand im Bezirk, der die Deportation nicht verhindern konnte, den aber viele mit dem Leben bezahlten. Andere wurden drangsaliert, so wurde z.B. Käthe Kollwitz mit Ausstellungsverbot belegt. Seit 1933 wurde die Maschinenhalle des Wasserturms von der SA für heimliche Verhöre, Folterungen und wohl auch Ermordungen benutzt. Im Bezirk gab es Hochburgen der linken „Arbeiterelite“. Auf dem Gelände des Wasserturms befand sich für einige Monate ein sogenanntes „Wildes KZ“.
Bis 1939 sank die Zahl der jüdischen Mitbürger von 20.000 auf unter 10.000, 1941 wurde die jüdische Schule in der Rykestraße geschlossen.
Nach dem Ende des Krieges wurde vom sowjetischen Geheimdienst NKWD auf dem Gelände des ehemaligen Bezirksamtes Prenzlauer Berg eine „Haftstätte“ im Sinne des Kriegsverbrecher-Beschlusses der Potsdamer Konferenz eingerichtet. Im „Haus 3“ unterzog man allerdings auch Menschen Repressalien, die wegen „anti-sowjetischer Äußerungen“ denunziert worden waren. 1950 bis 1956 führte das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) die Haftanlage fort, und nutzte die Räume danach für seine Verwaltung.
In den 70er und 80er Jahren wurde Prenzlauer Berg ein Zentrum der DDR-Opposition. Die oppositionellen Gruppen wie z.B. das Umweltbüro organisierten die Demonstrationen gegen die Wahlfälschung und die Mahnwachen für die politischen Gefangenen in der DDR. Der Grenzübergang Bornholmer Straße auf der Bösebrücke wurde am 9. November 1989 als erster geöffnet.
Einrichtungen in Prenzlauer Berg:
Kulturbrauerei, Prater, Museumswohnung, Dunckerstraße 77, Wasserturm, Heimatmuseum, Synagoge Rykestraße, Mauerpark, Gelände Fröbelstraße 17, Gethsemanekirche



