Früher nannte man so etwas
„Klassenprügel“, heute heißt
es Cybermobbing. Laut Studie
hat jeder 3. Jugendliche negative
Erfahrungen damit, und
häufig tragen die Betroffenen
Folgeschäden davon. Mobbing ist ein aggressives Verhalten, mit dem ein Mensch oder eine Gruppe vorsätzlich körperliche oder psychische Gewalt an anderen über einen längeren Zeitraum, ausübt. Auslöser sind oftmals Nichtigkeiten wie z.B. Aussehen, politische oder religiöse Zugehörigkeit und bestimmte Verhaltens- und Arbeitsweisen. Mobbing kann in jeder Schulform vorkommen und jeden treffen.
In ca. 90% der Deutschen Haushalte befindet sich ein Computer mit Internetzugang, der meist täglich genutzt wird. Da sehr viele Jugendliche das Internet und soziale Netzwerken verwenden, hat das Cypermobbing zugenommen. Opfer werden mittels moderner Kommunikationsmittel (Internet, Handy, Email) bloßgestellt und angeprangert. Hauptgründe dafür sind die Anonymität des Internets und die Möglichkeit, „Aktionen“ einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Diese verbreiten sich rasend schnell weiter, und so wird z.B. ein unangenehmes Foto schnell für Tausende zum Lacher. Die betroffene Person hat keine Chance zur Rehabilitation, denn was einmal im World Wide Web landet, bleibt auch dort. Zudem können Täter weiterhin zu jeder Zeit aktiv mit dem Opfer in Kontakt treten, ohne physisch anwesend zu sein.
Laut einer Forsa-Umfrage, die mit 1000 deutschsprachigen Schülern zwischen 14 und 20 Jahren durchgeführt wurde, war jeder dritte Jugendliche in Deutschland schon einmal Opfer eine Cybermobbing-Attacke. Fast jeder fünfte Betroffene wurde dabei im Internet oder per Handy direkt bedroht oder beleidigt. In den meisten Fällen von Cybermobbing kommt es zu Beleidigungen, übler Nachrede, Identitätsmissbrauch und der unberechtigten Weitergabe privater Dateien.
Die Schäden, die die Opfer davontragen, sind oft erheblich: Jeder 5. fühlt sich hilflos und verzweifelt, jeder 3. sehr verletzt, zwei Drittel der Befragten sind auch wütend. Opfer von Cybermobbing zeigen häufig Symptome von Depression und haben Lerndefizite. Ihre Leistungen fallen ab, und nicht selten werden sie selbst später als Täter aktiv.
Spätfolgen des Cybermobbings sind soziale Isolierung, Stress, Schlafstörungen und psychische Probleme bis hin zum Suizid. Im September 2009 hatte sich zum Beispiel in Großbritannien ein junges Mädchen das Leben genommen, weil es im Internet gemobbt wurde. Das war in England bereits der dritte Fall innerhalb von zwei Jahren.
Tipps gegen Cybermobbing:
Nicht auf Beleidigungen reagieren, sondern die Nachrichten dokumentieren und dem Websitebetreiber melden. Generell vorsichtig mit der Angabe von persönlichen Daten umgehen, bei Problemen mit Vertrauenspersonen sprechen und ggf. Gegenmaßnahmen einleiten.



