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Schlaganfall – jede Minute zählt!
Was ist ein Schlaganfall? Der Schlaganfall ist ein Notfall, bei dem das Gehirn plötzlich nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Schon nach Minuten sterben unwiderruflich Nervenzellen ab, so dass frühes und schnelles Handeln entscheidend ist. Ursache kann eine Durchblutungsstörung durch verengte oder ganz verschlossene Hirnarterien sein, seltener eine Hirnblutung aus einem gerissenen Gefäß. Der Schlaganfall tritt nicht nur bei älteren Menschen auf, ist aber der häufigste Grund für Invalidität im höheren Lebensalter.

Warnzeichen
Die Warnzeichen eines Schlaganfalls sollte jeder kennen, um möglichst rasch reagieren zu können. Oft sind die Vorboten eines Schlaganfalls nur vorübergehend. Das richtige Erkennen dieser Ausfälle/Symptome ist für eine sofortige Therapie von äußerster Bedeutung, um das Entstehen eines Schlaganfalls zu vermeiden. Leider werden sie oft übersehen. Je nach Art und Ort der Störung im Gehirn können Frühzeichen sehr unterschiedlich sein. Dazu gehören einseitige Lähmungen, Seh-, Sprech-, Schluck- oder Gefühlsstörungen, Gangunsicherheit oder Drehschwindel mit Übelkeit oder Erbrechen, aber auch Bewusstseinsstörungen bis hin zur tiefen Bewusstlosigkeit. Aufgrund der Vieldeutigkeit ist eine spezielle neurologische Diagnostik und Betreuung sinnvoll. Die rasche Klärung und eine möglichst frühe optimale Behandlung ist eine der Aufgaben einer Schlaganfallspezialstation (Stroke Unit).

Zertifizierte Stroke Unit und Schlaganfallzentrum
Die Versorgung eines Schlaganfallpatienten ist eine fachübergreifende Aufgabe, die am besten durch ein erfahrenes Team an einem spezialisierten Zentrum durchgeführt wird. Zum Team gehören Neurologen, Internisten, spezialisierte Neuroradiologen, Neuro- und Gefäßchirurgen, Pflegefachkräfte und Therapeuten. Bei zertifizierten Stroke Units wird die Qualität der Abläufe und Versorgung regelmäßig durch eine unabhängige Kommission überprüft, um die optimalen Aussichten für eine rasche Diagnosestellung und effektive Therapie zu sichern.

Verdacht auf Schlaganfall – Lysetherapie?
Das vordringliche Ziel bei einem Schlaganfall ist es, die Blutversorgung zum Gehirn möglichst schnell wieder zu normalisieren. Bei einer Mangeldurchblutung gelingt dies am wirksamsten mit der sogenannten Thrombolyse („Lyse“), mit der man medikamentös versucht, das Blutgerinnsel aufzulösen. Dies kann in der Regel nur innerhalb der ersten drei bis vier Stunden nach dem Schlaganfall erfolgen, oder – in spezialisierten Zentren – auch direkt mit einem Katheter als „lokale Lyse“. Hierbei zählt jede Minute! Um alle Therapiemöglichkeiten zu haben, ist ein rascher Transport in das nächstgelegene spezialisierte Krankenhaus – am besten in ein Klinikum der Maximalversorgung mit einer zertifizierten Stroke Unit (Schlaganfallstation) – anzustreben. Dort wird der Patient (bzw. ein Angehöriger) durch den Neurologen und sein Stroke-Unit-Team ohne Zeitverlust befragt und untersucht. Durch ein frühes CT oder MRT vom Gehirn wird zwischen einer Hirnblutung und einer Minderdurchblutung des Gehirns unterschieden und ggf. sofort versucht, das verschlossene Gefäß wieder zu öffnen – entweder mit Medikamenten oder direkt über einen dünnen Katheter, der bis in die Gehirngefäße eingeführt wird. Parallel dazu werden alle lebenswichtigen Körperfunktionen kontrolliert und stabilisiert. So können Störungen umgehend interdisziplinär behandelt und Folgeschäden durch den Schlaganfall möglichst gering gehalten werden.

Wie geht es weiter?
Je nach Schwere des Schlaganfalls und trotz optimaler Behandlung lassen sich Beeinträchtigungen des Betroffenen nicht immer verhindern. Daher beginnt die individuelle medizinische Rehabilitation von Schlaganfallpatienten so früh wie möglich bereits auf der Stroke Unit. Hier werden auch die weitere Therapie und Betreuung in anderen Fachbereichen, tagesklinischen oder ambulanten Einrichtungen sowie eine eventuelle Hilfsmittelversorgung vorbereitet und koordiniert. Wichtig ist es, die Angehörigen schon in der Klinik in die Behandlung mit einzubeziehen, um das gemeinsame Ziel zu erreichen: die größtmögliche Selbständigkeit des Betroffenen wiederherzustellen.

 

HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Klinik für Neurologie
Überregional zertifizierte Stroke Unit
Chefarzt: Priv.-Doz. Dr. med. Georg Hagemann
Schwanebecker Chaussee 50, 13125 Berlin Telefon: (030) 94 01-542 00
Telefax: (030) 94 01-575 09

NOTRUF : 112
Rettungsstelle des HELIOS Klinikums Berlin-Buch: (030) 94 01-533 33

Das HELIOS Klinikum Berlin-Buch ist ein Krankenhaus der Maximalversorgung mit über 1.000 Betten und steht allen Patienten offen. Das Leistungsspektrum der Kliniken, Institute und Fachbereiche, Informationen zu Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten, aktuelle Meldungen und Veranstaltungstermine finden Sie unter www.helioskliniken. de/berlin-buch.