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Gepflegt älter werden
Immer älter werden die Deutschen - immer mehr Menschen natürlich auch, die im Alter der Pflege bedürfen könnten. Erstmals seit 13 Jahren gibt es nun eine gesetzliche Änderung der Pflegeversicherung: zum 1. Juli dieses Jahres kommt die Pflegereform.

Pflegereform kommt
Etwa zwei Millionen Deutsche bekommen schon heute Leistungen von der sozialen oder privaten Pflegeversicherung. Davon erhalten rund 1,36 Millionen Unterstützung für die Pflege zu Hause, während 645.000 Menschen in stationären Einrichtungen leben. Schnell können die monatlichen Pflegekosten bis zu 4.200 Euro betragen.

Pflege wird immer teurer, das hat auch die Bundesregierung erkannt und am 25. April 2008 dem Pflege-Weiterentwicklungsgesetz zugestimmt, denn seit der Einführung der Pflegeversicherung 1995 wurden die Leistungen nicht mehr verändert.

Erhöhung des Pflegebeitragssatzes
Im Zuge der Reform steigt der Beitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung um 0,25 Prozentpunke auf 1,95 % und für Kinderlose auf 2,2 %. Auf diese Weise sollen die Pflegeleistungen bis 2014/15 abgesichert werden.

Häusliche Pflege stärken
Fast jeder Pflegebedürftige möchte lieber zu Hause, als im Heim versorgt werden und das nicht nur, weil stationäre Versorgung viel teurer ist. So sollen ambulante Versorgung und häusliche Pflege gestärkt und wohnortnahe Angebote für Pflegebedürftige besser aufeinander abgestimmt werden. Dazu plant die Bundesregierung, in jedem Stadtviertel Pflegestützpunkte aufzubauen, in denen so genannte Fallmanager jeden Einzelnen gezielt unterstützen. Auch Wohngemeinschaften Pflegebedürftiger sollen stärker gefördert werden.

Finanzielle Änderungen der Pflegeversicherung
Künftig darf man höhere Leistungen von der Pflegeversicherung erwarten. Hierbei werden besonders ambulante Sachleistungen bis 2012 angehoben sowie das Pflegegeld in allen Stufen (siehe Übersicht). Im stationären Bereich werden zunächst nur Leistungen der Stufe drei erhöht. Um dem stetigen Kaufkraftverlust der Pflegeleistungen entgegenzuwirken, werden diese dynamisiert, das heißt: die Bundesregierung überprüft, beginnend mit dem Jahr 2014 alle drei Jahre, ob und inwieweit Leistungsänderungen geboten sind.

Unterstützung für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz
Erstmals umfassen Leistungen der Pflegeversicherung auch die Pflege Demenzkranker. Sie erhalten nun Leistungen bis zu 2.400 Euro pro Jahr, genauso wie Menschen mit anderen Behinderungen. Bisher bekamen diese 460 Euro. Außerdem soll der Anspruch auf Tagespflege ausgebaut werden. Im stationären Bereich soll mehr Transparenz entstehen, so können Pflegeheime künftig unangemeldet kontrolliert werden.

Freistellung für die Pflege Angehöriger
Wer zu Hause Angehörige pflegt, kann sich bis zu sechs Monate unbezahlt von der Arbeit freistellen lassen. In dieser Zeit laufen Leistungen zur Kranken- und Pflegeversicherung für die freigestellte Person weiter. Insgesamt will man mit der Pflegereform eine höhere Qualität der Pflege durch besseres Management erreichen und Bürokratie abbauen. Angebote zur Rehabilitation und Prävention sollen ebenfalls optimiert werden.

Kritik an der Pflegereform
Es gibt auch kritische Stimmen gegenüber der Pflegereform. So meinen Vertreter der Opposition und Verbände, die langfristige Finanzierung der Pflegeversicherung sei nicht gesichert und die Leistungsverbesserungen unzureichend. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Einrichtung der Pflegestützpunkte. Für diese sollten besser die Kommunen verantwortlich sein, damit bereits bestehende Strukturen genutzt werden können. Das fordern Vertreter kommunaler Spitzenverbände. Behindertenverbände kritisieren unter anderem, dass Bedürftige eher Sachleistungen als Geldleistungen erhielten, was ihre Wunsch- und Wahlfreiheit einschränken würde. Bemängelt wurde außerdem, dass gesetzlich Versicherte gegenüber Privatversicherten weiterhin benachteiligt seien.

Sorgen Sie vor
Für den Fall eigener Pflegebedürftigkeit im Alter sorgen viele Menschen schon heute vor, auch um Familienangehörige später nicht finanziell zu belasten. Schon mit geringen monatlichen Geldbeträgen kann man sich eine gewisse Grundsicherung für das Alter schaffen. Lassen Sie sich dazu vom Fachmann beraten. Unter Tel.: 030- 986 388 95 erhalten sie schnell und kompetent ein passendes Angebot zur finanziellen Absicherung bei Pflegebedürftigkeit.