Die Geschichte der noch jungen,
ab 1936 entstandenen Stadtrandsiedlung
Berlin- Malchow
wurzelt in der gemeinsamen
Geschichte mit dem erst 2001 zu
Berlin-Lichtenberg eingemeindeten
Ortsteil Malchow. Im Jahr 1344 wird das von deutschen Bauern gegründete Dorf Malchow erstmals urkundlich erwähnt. Laut einem Lehnbrief des Kurfürsten Johann Cicero gab es 1494 in Malchow zwei Rittergüter derer von Barfuß. Das märkische Adelsgeschlecht soll von 1412 bis 1684 die Gutsherrschaft ausgeübt haben. 1642 erhielt der Ort eine Schmiede und eine Bockwindmühle.
Ab 1684 war Paul von Fuchs, späterer Minister Friedrichs I. hier Gutsbesitzer, und ließ das Herrenhaus, Wirtschaftsgebäude und ein Brauhaus bauen. 1705 kaufte Friedrich I. das Gut, ab 1718 brachte eine neue Bockwindmühle wirtschaftlichen Aufschwung. Doch Fontane schrieb in seinen Wanderungen: „Denn die Malchower, kluge Leute schon damals, […] waren immer bestrebt gewesen, in den christlichen Schutz des Herrenhauses, am liebsten und häufigsten in den des Beamten- und Dienstpersonals zu treten“. Ab 1734 wurde Malchow von Niederschönhausen verwaltet, 1882 erwarb Berlin das Gut überwiegend zur Felderberieselung und Fischzucht.
Mit dem Bau der NILES-Werke zur Rüstungsherstellung und einer Busverbindung nach Weißensee expandierte die Ortschaft in den 1930er Jahren. Während des Krieges gab es aber auch in Malchow stille Helfer, die Verfolgte des NS-Regimes unterstützten.
In den letzten Kriegstagen sprengten Wehrmachtsangehörige die mittelalterliche Dorfkirche. 1955 wurde Malchow Volkseigenes Gut zur Futterproduktion, Viehzucht, Mast und Milchgewinnung; im Herrenhaus wurde eine Außenstelle der Humboldt- Universität errichtet (die heutige Fakultät für Pflanzenbauwissenschaften). Seit 1987 sind die Torfstiche und das Feuchtgebiet „Malchower Aue“ Flächennaturdenkmal.



