Schon Theodor Fontane bemerkte
die ländliche Abgelegenheit
Malchows in seinen
„Wanderungen durch die Mark
Brandenburg“. Malchow zeichnet sich durch seine schöne, idyllische Landschaft mit vielen Feldern und die von Obstbäumen gesäumten Alleen aus. Die Natur ist hier geradezu greifbar. Auch der Malchower See beherbergt zahlreiche Fischarten, und in dem weitläufigen Gebiet trifft man allerlei stadtuntypische Tiere. Bereits in der Mittelsteinzeit ab 5.000 v. Chr. wurde das Gebiet um Malchow als Rastplatz für Jäger und Fischer genutzt, denn es bot fruchtbare Böden und Fisch im Überfluss.
Die Stadtrandsiedlung Malchow befindet sich westlich der Bundesstraße 2 zwischen Weißensee und der Berliner Stadtgrenze zu Brandenburg, und wurde zwischen 1936 und 1939 auf ehemaligen Rieselfeldern errichtet. Viele Teilstücke sind unbebaut und dienen der landwirtschaftlichen Nutzung. Nach Blankenfelde ist die Stadtrandsiedlung Malchow unter den 95 Berliner Ortsteilen der am dünnsten besiedelte.
Die Stadtrandsiedlung Malchow gehörte ursprünglich zur Landgemeinde Malchow und ist erst seit 1985 eigenständig. Sie ist seitdem ein Teil des neugebildeten Großbezirk Pankow, wohingegen der alte Dorfkern zum Bezirk Lichtenberg zählt. Auf einer Fläche von 5,7 km² kommt die Stadtrandsiedlung Malchow auf knapp 1.200 Einwohner, der Lichtenberger Teil fasst etwa 500 Bewohner auf 1,54 km² zusammen. Mit 488 Einheimischen ist das zu Lichtenberg gehörende Malchow der nach der Einwohnerzahl kleinste Ortsteil Berlins. Die Stadtrandsiedlung entstand beidseitig der Malchower Straße, der heutigen Ornitstraße. Alle Wege und Pfade gehen links und rechts davon ab, was zu einer besonderen Geschlossenheit führt. Leitbild der Siedlung sind eingeschossige Einfamilienhäuser als Doppelhäuser. Die langgestreckten Proportionen der Parzellen ermöglichten diese relativ geschlossene Bauflucht entlang der Straße und neben dem günstigen Verhältnis zur Erschließungsfläche große rückwärtige Gärten.
Wie auch bei anderen Kleinsiedlungen im Umland von Berlin entstand die Stadtrandsiedlung Malchow, um die Sesshaftmachung der Bevölkerung auf dem Lande zu fördern, die Erwerbslosigkeit zu mindern und kinderreichen Familien den Lebensunterhalt zu erleichtern. Diese Kleinsiedlungen hatten damals die Aufgabe einer sozialen Befriedung durch Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Zudem war die Möglichkeit einer gewissen Selbstversorgung durch die Bewirtschaftung der angrenzenden Gärten gegeben.



