Eine Pflanze aus Großmutters Zeiten erfreut sich wieder wachsender Beliebtheit: Die Zimmerlinde (Sparmannia africana – nach dem Linné-Schüler Anders Sparmann, der auch mit Kapitän Cook um die Welt segelte). Sie wird seit über 150 Jahren als Zimmerpflanze kultiviert, und kann, da sie sehr imposant wird (bis über 2 Meter hierzulande), eine willkommene Abwechslung zu Palmen, Gummibaum, Monstera oder Ficus Benjamini darstellen. Die Zimmerlinde stammt aus Südafrika, gehört zur Familie der Malvengewächse und bekam ihren Namen von den lindenförmigen Blättern. Da unsere heimischen Linden (Tiliacae) neuerdings auch als zur Familie der Malvengewächse gehörig betrachtet werden, ist sie also auch mit diesen verwandt.
Die Zimmerlinde kann man selbst aus Samen oder Stecklingen ziehen oder kaufen. Beim Kauf sollte man sich die Blätter genau ansehen: Sie müssen eine intensiv lindgrüne Farbe haben, und dürfen nicht gelblich verfärbt sein. Vorsichtig transportieren, denn die jungen Triebe lassen sich leicht abbrechen. Die Zimmerlinde braucht viel Licht, soll aber nicht zu sonnig stehen: Ideal ist mäßige Morgen- oder Abendsonne an einem Ost- oder Westfenster. Gleichmäßig feucht, aber nicht nass halten. Im Sommer ist sie auch gern draußen, dann allerdings will sie vor Wind- und Sonne geschützt stehen. Von April bis September sollte man sie monatlich halbkonzentriert mit Grünpflanzendünger füttern. Im Winter bevorzugt sie Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad Celsius. Muss sie im beheizten Zimmer stehen, sollte sie regelmäßig auf Schädlinge untersucht werden.
Sobald sie etwa einen Meter groß geworden ist, bekommt sie zum Winterende/Frühjahrsanfang weiße Blüten mit gelbroten Staubblättern in Form einer (scheinbar verzweigten) Trugdolde, die leicht duften. In der Lehre des Feng Shui gilt die Zimmerlinde als positive Pflanze, weil sie angeblich die Wirkung des Energieflusses (Qi) in Innenräumen verbessert.
Samen für die Zimmerlinde sind im Fachhandel erhältlich. Sie müssen etwa 12 Stunden in handwarmem Wasser eingeweicht werden, und werden dann etwa einen halben Zentimeter tief in Kakteen- oder Aussaaterde gegeben. Bei gleichmäßiger Feuchte (Mini-Treibhaus, Frischhaltefolie mit Nadellöchern) keimen sie bei ca. 25° am Tag und ca. 18° in der Nacht etwa nach 10 Tagen. Sie sollten hell, ohne direkte Sonne und bei Tempraturen ab 20° aufgezogen werden, und können in Blumenerde pikiert werden, sobald sie etwa 5 cm groß sind. Zimmerlinden sind übrigens auch sehr gut für Hydrokulturen geeignet.



